Allianz
Fiat und Mazda planen gemeinsamen Roadster

Fiat strebt eine Zusammenarbeit mit Mazda an. Gemeinsam wollen die beiden Autohersteller kleinen Sportwagen auf MX-5-Basis entwickeln - und die japanisch-italienische Kooperation sukzessive ausbauen.
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TokioFiat-Chef Sergio Marchionne ist doch noch fündig geworden. Seit Monaten ist der Italiener auf der Suche nach einer Allianz - nun will er mit dem japanischen Autobauer Mazda kooperieren. Schon auf dem Autosalon in Genf hatte Marchionne offensiv um den japanischen Autokonzern geworben. „Dieses Unternehmen würde sich sehr gut mit Fiat ergänzen“, betonte Marchionne vor Journalisten.

Nun wurden erste Details der Zusammenarbeit bekannt: Gemeinsam wollen die beiden Autobauer einen Sportwagen auf der Basis des neuen Mazda MX-5 bauen. Eine endgültige Vereinbarung dazu werde für die zweite Jahreshälfte angepeilt, teilten die Unternahmen mit. Dafür sollen zwei unterschiedliche Varianten eines solchen Roadster mit ihren jeweils eigenen Motoren entwickelt werden. Beide Fahrzeugtypen sollen im Hiroshima-Werk von Mazda gebaut werden. Die Alfa-Romeo-Variante soll 2015 in die Fertigung gehen. Weitere Möglichkeiten einer Kooperation in Europa sollen ausgelotet werden. Eine Kapitalverflechtung ist nach Angaben einer Mazda-Sprecherin aber nicht geplant.

Die Zusammenarbeit ist aus der Not geboren. Die Marken Fiat, Alfa und Lancia haben 2011 einen Verlust von 500 Millionen Euro eingefahren. Fiat verdient laut Marchionne in Europa nicht einmal seine variablen Produktionskosten, also die Ausgaben für Löhne und Materialeinkauf. Auf dem Heimatmarkt Italien ist der Absatz auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren gefallen. Allein die US-Tochter Chrysler legte zuletzt schwarze Zahlen vor. Ein Argument für Marchionne, die Internationalisierung voranzutreiben.

„Diese Vereinbarung zeigt unser Bekenntnis zu Alfa Romeo und unsere Entschlossenheit, die Marke vollständig global aufzustellen“, sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne. Wer auf dem Markt bestehen will, davon ist Marchionne überzeugt, muss acht bis zehn Millionen Autos verkaufen. Ohne Kooperationen ist das für die Italiener kaum zu schaffen. Fiat und Chrysler kommen derzeit zusammen auf vier Millionen verkaufte Autos. Lange hatte es Marchionne deshalb auf eine Kooperation mit dem französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroën abgesehen. Am Ende gaben ihm die Franzosen einen Korb und verkündeten, künftig mit dem US-Autobauer General Motors zu kooperieren.

Für Mazda wäre eine Allianz mit Fiat allerdings nahezu alternativlos. Die Japaner bräuchten die Partnerschaft, um ihr Überleben zu sichern, heißt es aus Konzernkreisen. „Allianzen auf dem Gebiet der Technologie- und Produktentwicklung gehören zu den Unternehmenszielen von Mazda, und diese Ankündigung mit Fiat ist ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung“, sagte Mazda Präsident und CEO Takashi Yamanouchi. Mazda leidet an schwachen Verkaufszahlen und schreibt seit vier Geschäftsjahren rote Zahlen. Besonders der starke Yen belastet das Exportgeschäft. Die Allianz mit der Fiat-Gruppe soll Mazda helfen, seine Rentabilität zu steigern.

Mazda unterhält bereits eine strategische Partnerschaft mit Ford. 2010 hatte der US-Autoproduzent seine Beteiligung an Mazda allerdings reduziert. Im März hatte Mazda angekündigt, ein Drittel der Stellen in seiner Europa-Zentrale in Leverkusen zu streichen. Grund sei die „schwierige globale finanzielle Situation“, in der sich das Unternehmen befinde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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