Allianz mit Daimler

Bosch setzt deutsche Elektroautos unter Strom

Bosch könnte bei Lithium-Ionen-Batterien zum wichtigsten Lieferanten für deutsche Autobauer aufsteigen. Nach VW hat nun auch Daimler Interesse an einer Kooperation angemeldet. Kommt jetzt ein Werk in Deutschland?
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Das Firmenlogo des Automobilzulieferers und Industriekonzerns Bosch vor der Firmenzentrale in Gerlingen. Quelle: dpa

Das Firmenlogo des Automobilzulieferers und Industriekonzerns Bosch vor der Firmenzentrale in Gerlingen.

(Foto: dpa)

StuttgartBosch wird immer mehr um Rückgrat der deutschen Hersteller beim Umbruch zur Elektromobilität. Nachdem bereits Volkswagen in der Batterietechnik eine Partnerschaft mit dem weltgrößten Zulieferer anstrebt, hat sich nun auch Daimler für eine Allianz ausgesprochen. Für Bosch ein wichtiger Achtungserfolg.

Bisher arbeitet der Stuttgarter Autokonzern bei Lithium-Ionen-Batterien mit dem Mischkonzern Evonik zusammen. „Wir reden neben anderen selbstverständlich auch mit Bosch und natürlich auch über eine Zusammenarbeit bei der Lithium-Ionen-Batterie“, sagte Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber dem Handelsblatt. „Ich kann mir gut vorstellen, dass Bosch, neben unserem Jointventure mit Evonik, für uns ein weiterer Lieferant wird.“ Daimler brauche für seine Fahrzeuge mehr als einen Batterietyp. „Und was Bosch zu bieten hat, schauen wir uns natürlich ganz genau an.“

Wo Bosch in Zukunft wachsen will
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Bosch ist, wie der Unternehmensslogan "Technik fürs Leben" sagt, weit mehr als der weltgrößte Autozulieferer, als der das Unternehmen in der Öffentlichkeit vor allem wahrgenommen wird. Foto: ap

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Die Konzernzentrale steht in Gerlingen bei Stuttgart. Im Jahr 2010 hat das Unternehmen 47,3 Milliarden Euro umgesetzt. Das waren 24 Prozent mehr als im Vorjahr, als Bosch erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs rote Zahlen geschrieben hatte und einen Milliardenverlust verbuchen musste. 2010 erzielte der Konzern einen Vorsteuergewinn von 3,5 Milliarden Euro, davon blieben unter dem Strich 2,5 Milliarden Euro übrig. Foto: ap

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Geführt wird der Konzern mit seinen rund 283 500 Mitarbeitern seit 2003 von Franz Fehrenbach, der für das laufende Jahr einen erneuten Rekordumsatz von mehr als 50 Milliarden Euro erwartet. Die Zahl der Mitarbeiter soll auf fast 300 000 steigen, der Vorsteuergewinn mindestens so hoch ausfallen wie 2010. Foto: ap

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Der Umsatz des Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik (im Bild Dieseleinspritzpumpe auf dem Prüfstand) stieg im Jahr nach der Autokrise um 29 Prozent auf 28,1 Milliarden Euro. Der Gewinn der Sparte vor Zinsen und Steuern (Ebit) erreichte 2,3 Milliarden Euro. Foto: ap

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Intensiv arbeitet das Unternehmen an Elektrofahrzeug- und Hybridsystemen. Erst am Dienstag (12. April 2011) haben Bosch und Daimler angekündigt, künftig gemeinsam Elektromotoren zu entwickeln und zu produzieren. Überhaupt investiert Bosch massiv in Forschung und Entwicklung: Die Aufwendungen stiegen im vergangenen Jahr auf 3,8 Milliarden Euro, 2011 sollen sie vier Milliarden Euro übertreffen. Foto: dpa

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Festgehalten haben die Schwaben trotz des Krisenjahres 2009 an der neuen Halbleiterfabrik in Reutlingen, die am 18. März 2010 eingeweiht wurde. Foto: dpa

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Die mit 600 Mio. Euro größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte dient vor allem der Herstellung von Autochips. Aber auch wenn Bosch den Umsatz seiner Kfz-Sparte bis 2019 im Vergleich zu 2009 verdoppeln will, soll ihr Anteil am Gesamtumsatz von derzeit fast 60 Prozent auf 50 Prozent reduziert werden - die anderen Unternehmensbereiche sollen nach Fehrenbachs Willen noch schneller wachsen. Foto: dpa

Das machen offenbar eine ganze Reihe deutscher Autobauer. So hatte vor wenigen Tagen auch der Volkswagen-Konzern durchblicken lassen, dass er kurz davor steht, Bosch als Zweitlieferant für Akkus neben dem VW-Partner Sanyo auszuwählen. „Bosch wäre in der Zelltechnik der richtige Partner“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn der Nachrichtenagentur Reuters in Braunschweig. Er regte einen europäischen Produktionsstandort für Batteriezellen an.

So hatte vor wenigen Tagen auch der Volkswagen-Konzern durchblicken lassen, dass er kurz davor steht, Bosch als Zweitlieferant für Akkus neben dem VW-Partner Sanyo auszuwählen. Bosch-Kfz-Technik-Chef Bernd Bohr hatte zu Jahresanfang gesagt, sollte der Stuttgarter Konzern einen Großauftrag in Europa hereinholen, erwäge die Geschäftsführung den Aufbau einer Produktion in Deutschland. Seit Ende 2010 produziert Bosch zusammen mit seinem Partner Samsung in Korea Lithium-Ionen-Batterie für Elektroautos. Die deutschen Hersteller forcieren damit ihre Anstrengungen zum Aufbau einer Batteriefertigung in Deutschland.

Autoindustrie schmiedet Bündnisse für Batterieproduktion
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