Allianz mit Loxo Oncology
Bayer stärkt Pharmageschäft mit Milliarden-Deal

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Krebs als genetische Krankheit

Mutationen der TRK wirken bei bestimmten Krebspatienten als maßgeblicher Treiber für das unkontrollierte Wachstum der Tumorzellen.  Loxo hat Larotrectinib  in 17 Krebsarten getestet und schätzt, dass bei jeweils etwa einem Prozent der Patienten die TRK-Mutationen die entscheidende Rolle spielt. Von insgesamt 55 behandelten Patienten mit der Mutation haben nach Angaben von Bayer und Loxo 75 Prozent auf den Wirkstoff angesprochen, unabhängig vom Alter und Tumortyp, was in der Krebstherapie als hohe Quote gilt. Bayer und Loxo wollen die Wirkstoffe daher nicht für bestimmte Krebsarten in die Zulassung bringen, sondern generell für den Einsatz bei den spezifischen Mutationen.

Sie verfolgen damit ein relativ innovatives Konzept, das allerdings in Zukunft noch eine wesentlich größere Rolle spielen könnte. Denn Krebs wird  immer stärker als genetische Krankheit betrachtet, bei der nicht der Entstehungsort im Körper entscheidendes Merkmal ist, sondern die spezifischen genetischen Veränderungen, die das Zellwachstum antreiben.  Im Mai hatte die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA erstmals ein Krebsmittel für den Einsatz bei einer bestimmten Genmutation zugelassen, unabhängig von der Krebsart. „Solche Beispiele werden wir häufiger sehen“, ist Weinand überzeugt.

Wie groß die Zahl der Patienten ist, die von den Loxo-Wirkstoffen profitieren könnten, ist nach Einschätzung des Bayer-Managers bisher schwer abzuschätzen. Denkbar sei, dass die TRK-Mutation auch über die 17 getesteten Krebsarten hinaus von Bedeutung sei. Die nötige Diagnostik für die Auswahl der Patienten stellt nach Einschätzung Weinands dabei keine Hürde dar. Entsprechende Gentests seien heute bereits verfügbar, würden bisher aber kaum eingesetzt, weil es bislang an Therapien fehlt, die gegen diese Mutationen wirken.

Krebstherapien gehören für Bayer neben dem Bereich Herz-Kreislauf zu den Forschungsschwerpunkten im Pharmabereich. Zum Gesamtumsatz der Bayer-Pharmasparte von gut 16 Milliarden Euro im Jahr 2016 tragen sie bisher etwa zehn Prozent bei. Mit den Mitteln Xofigo und Stivarga gehören zwei Krebsmittel inzwischen zu den wichtigsten Wachstumsträgern der Sparte. Der neue Wirkstoff von Loxo soll dem Geschäft noch zusätzlichen Schub geben.

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