Allianz mit Nissan
Renault will Mitsprache des Staates schmälern

Renault und Nissan arbeiten seit 16 Jahren eng zusammen. Inzwischen sind die Japaner die stärkeren Partner – bald könnten sie auch Stimmrechte bei den Franzosen erhalten. Denn Renault will den Staatseinfluss mindern.

TokioDie Autobauer Renault und Nissan wollen einem Zeitungsbericht zufolge mit einer Änderung ihrer Beteiligungsstruktur den Einfluss des französischen Staates zurückdrängen. Der Anteil von Renault an seinem langjährigen japanischen Partner Nissan könnte dafür auf unter 40 Prozent von derzeit 43,4 Prozent sinken, berichtete das Wirtschaftsblatt „Nikkei“ am Mittwoch. Nach französischem Recht könnte Nissan dann im Gegenzug bei Renault über Stimmrechte verfügen. Dies könnte das Mitspracherecht der Regierung bei Renault schmälern.

Die beiden Unternehmen waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Laut einem Insider plant Renault eine Sitzung des Verwaltungsrats, bei der die Allianz mit Nissan Thema sein soll.

Die sozialistische Regierung in Paris hatte im Frühjahr ihren Anteil an Renault vor der Hauptversammlung überraschend auf knapp 20 von 15 Prozent erhöht. Sie wollte damit ihre Stellung als Schlüsselaktionär schützen. Hintergrund ist ein Gesetz, das Frankreich 2014 zum Schutz der heimischen Industrie einführte. Es räumt Investoren ein Doppelstimmrecht ein, die Aktien im eigenen Namen erwerben und diese mindestens zwei Jahre lang besitzen. Bei dem Aktionärstreffen konnten sich Kritiker dann nicht damit durchsetzen, die Stimmrechte des Staates zu beschränken, weil die notwendige Mehrheit fehlte. Renault und Nissan warnten, dass der Schritt die Allianz gefährden könne.

Die beiden Autokonzerne arbeiten seit 16 Jahren eng zusammen. Renault rettete Nissan 1999 vor der Pleite und hält gut 43 Prozent an dem japanischen Konzern. Dieser hält wiederum 15 Prozent an den Franzosen, hat aber keine Stimmrechte. Nissan ist aber inzwischen der stärkere Partner in der Allianz. Die beiden Unternehmen hatten zuletzt über gemeinsame Plattformen bei der Produktion neuer Modelle ihren Sparkurs und die Kooperation vorangetrieben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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