Allianz mit Renault/Nissan
GM sucht rasche Entscheidung

Die Autokonzerne General Motors (GM), Renault und Nissan haben eine schnelle Gangart für ihre Allianzgespräche gewählt. Eine erste Weichenstellung über ein globales Bündnis der Hersteller soll bereits im Oktober erfolgen. Laut eines Medienberichts versucht Konkurrent Toyota jedoch, das Dreier-Bündinis zu torpedieren.

FRANKFURT. GM-Boss Rick Wagoner und Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn verständigten sich in einem Spitzengespräch in der Nähe von Detroit darauf, sich 90 Tage Zeit für die Prüfung zu lassen, welche Einsparungen das Bündnis mit sich bringen könnte. Danach solle entschieden werden, ob weitere Untersuchungen des Allianzkonzepts gerechtfertigt seien.

Ghosn und Wagoner legten sich damit erstmals auf einen konkreten Fahrplan für die Bündnisgespräche fest. In den kommenden Tagen und Wochen sollen nun Experten der Unternehmen die Vorteile einer Allianz prüfen und eine gemeinsame Studie erstellen.

Dabei wolle man unter anderem untersuchen, ob sich eine Zusammenarbeit beim Einkauf von Einzelteilen lohnt, hieß es. Ein Bündnis würde den größten Autoproduzenten der Welt mit einem weltweiten Marktanteil von rund 25 Prozent schaffen.

„Wir hatten ein gutes Gespräch heute und freuen uns, dass unsere Teams nun gemeinsam unsere Ideen weiter untersuchen“, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme von Wagoner und Ghosn nach dem Spitzentreffen. Um die Arbeit der Teams nicht zu stören, wollen die Konzerne bis auf weiteres keine Kommentare mehr zu den Allianzgesprächen abgeben.

Toyota will angeblich Dreier-Allianz stören

Am Wochenende sorgten indes US-Medienberichte für Unruhe, wonach der japanische Autobauer Toyota ein Gegenangebot an GM erwäge. Der zweitgrößte Autokonzern der Welt könnte dem wirtschaftlich angeschlagenen US-Autobauer eine Zusammenarbeit vorschlagen, um dessen Zusammengehen mit Renault-Nissan zu verhindern, berichtete das Wirtschaftsblatt „Business Week“ unter Berufung auf Kenner des japanischen Autoherstellers. Toyota habe kein Interesse am Entstehen einer Allianz von GM, Renault und Nissan, hieß es in dem Bericht.

Eine GM-Sprecherin bemühte sich am Wochenende, den Bericht herunterzuspielen, und sprach von „unglaubwürdigen Theorien“, während ein Nissan-Sprecher einen Kommentar ablehnte. Toyota war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. In Konzernkreisen waren Ende der Woche Allianzpläne aber noch als völlig unrealistisch bezeichnet worden.

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