Allied Domecq darf übernommen werden
Grünes Licht für Pernod Ricard

Der französische Spirituosenriese Pernod Ricard darf seinen britischen Konkurrenten Allied Domecq schlucken. Die Europäischen Kommission stellte für die Übernahme des Anbieters von Marken wie Ballantine's, Beefeater oder Kümmerling allerdings Bedingungen.

HB BRÜSSEL. Um in der EU nicht zu mächtig zu werden, muss Pernod mehrere schottische Whisky-Marken abgeben, teilte die EU-Kommission am Freitag nach einer sechswöchigen Wettbewerbsprüfung in Brüssel mit. Die Franzosen werden damit die Nummer eins in Europa, Asien, Australien und Südamerika und die Nummer zwei in Nordamerika und Afrika. Die Übernahme hat einen Wert von 10,7 Mrd. €.

Pernod Ricard trennt sich von den Whiskys Glen Grant, Old Smuggler und Braemer. Brüssel fürchtete in einigen EU-Ländern eine übermächtige Stellung. Auch die portugiesischen Brandys 1920 und CR&F stehen auf der Verkaufsliste. Zudem muss der Vertrieb der irischen Whiskey-Marke Tullamore Dew sowie zweier Champagnermarken in Portugal eingestellt werden. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte, es gebe auf allen Märkten trotz der gestärkten Stellung der Franzosen ausreichend Konkurrenz.

Um Konflikten mit den Kartellämtern aus dem Wege zu gehen, hatte Pernod Ricard schon vor der Brüsseler Prüfung angekündigt, den Vertrieb in Deutschland, Spanien und Großbritannien und Marken wie Kümmerling und Jacobi sowie Courvoisier, Centenario Brandy und die US-Weinmarke Clos du Bois an den US-Konzern Fortune Brands weiterzureichen. Fortune zahlt dafür nach früheren Unternehmensangaben 4,1 Mrd. € in bar. Weltmarktführer bleibt der britische Konzern Diageo.

Mit Allied Domecq reiht Pernod Ricard auch Champagner (Mumm, Perrier Jouet) sowie Weine aus Australien, den USA, Argentinien und Spanien ein. Damit wird die Tür in China aufgestoßen, wo Spirituosen und Champagner aus einer Hand gewünscht werden. Der Konzern übernimmt ebenfalls Marken wie Malibu und Tia Maria (Liköre) oder Stolichnaya (Wodka). Bisher schon im Programm sind Marken wie Chivas Regal, Wild Turkey, Dunbar und Jameson (Whiskys), Soho (Likör), Pastis 51 und Ouzo Mini (Anisschnaps), Wodka Subrowka und Seagram's Gin, Two Dogs (Alko-Pop), Sandeman (Sherry) und Martell (Cognac). Der weltgrößte Weinanbieter Constellation Brands hatte zwischenzeitlich Interesse an Allied Domecq, warf dann aber das Handtuch.

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