Alstom-Aktie bricht ein
Alstom soll sich vor Staatshilfe von Bereichen trennen

Die Europäische Kommission wird das milliardenschwere Rettungspaket für den angeschlagenen französischen Industriekonzern Alstom voraussichtlich nur genehmigen, wenn sich das Unternehmen von einigen Aktivitäten trennt.

Reuters BRÜSSEL. Am Mittwoch hatte der Konzern einen vom französischen Staat unterstützten Rettungsplan bekannt gegeben, der Alstom Mittel in Höhe von 3,4 Mrd. € bringen soll. Neben neuen Kreditlinien insbesondere durch die Gläubigerbanken ist eine Kapitalerhöhung im Volumen von 600 Mill. € vorgesehen, bei der sich der Staat zur Hälfte beteiligt und damit zum größten Aktionär mit einem Anteil von 31,5 % wird.

„Als Ausgleich für die Verzerrung des Wettbewerbs, die das Unternehmen durch den Erhalt der Staatshilfe verursacht, muss es seine Präsenz am Markt reduzieren“, sagte Kommissionssprecher Tilman Lüder, am Donnerstag in Brüssel. Nach den EU-Regeln über staatliche Hilfe wäre es notwendig, dass der Hersteller von Hochgeschwindigkeitszügen, Kreuzfahrtschiffen und Gasturbinen Vermögenswerte verkauft, um zu beweisen, dass er selbst Maßnahmen zu seiner Gesundung ergreift.

Analysten sehen im voraussichtlichen Verkauf von Aktivitäten keine Katastrophe. „Der Verkauf von weiteren Geschäftsbereichen wäre zwar nicht hilfreich. Das Unternehmen hat aber keine Alternative, und das Rettungspaket ist viel wichtiger als Umsatzverlust“, sagte ein Analyst der Deutschen Bank, Andrew Carter.

Alstom, mit dessen Produkten rund ein Fünftel der weltweiten Elektrizität erzeugt wird, hatte bereits sein Industrieturbinen-Geschäft für 1,1 Mrd. € an die deutsche Siemens verkauft. Der Konzern ist außerdem dabei, sein Gewinn bringendes Kraftwerkgeschäft an das Kerntechnikunternehmen Areva zu verkaufen.

Die EU-Kommission hatte bereits nach Bekanntwerden der Pläne darauf hingewiesen, dass es sich dabei um eine unrechtmäßige Staatshilfe handeln könnte, und Details dazu angefordert. Die französische Regierung will den Hersteller des französischen Hochgeschwindigkeitszuges TGV, der allein in Frankreich etwa 30 000 Menschen beschäftigt, vom Zusammenbruch bewahren.

Der Kurs der Alstom-Aktie fiel am Donnerstag um 20 % auf 2,31 €. Die Anleger sähen im Rettungspaket eine Verwässerung ihrer Investitionen, sagten Händler zu dem Kurseinbruch. Die Alstom-Aktie hatte seit zwei Jahren etwa 90 % am Wert verloren.

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