Alstom
Siemens respektiert Entscheidung Frankreichs

Enttäuschung bei Siemens: Paris gibt dem US-Konkurrenten General Electric bei Alstom den Vorzug, der deutsche Konzern hat das Nachsehen. Joe Kaeser zeigt sich nach der Entscheidung Frankreichs aber verständnisvoll.
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BerlinSiemens hat nach der Niederlage im Bieterrennen um den französischen Energie- und Transportkonzern Alstom Enttäuschung und gleichzeitig Verständnis für die Position der französischen Regierung geäußert.

"Wir hatten zusammen mit unserem Partner MHI sowohl in Bezug auf industrielle und strategische Nachhaltigkeit, als auch in finanzieller Hinsicht sowie bei sozialen Aspekten nachweislich das bessere Angebot", erklärte Konzernchef Joe Kaeser am Freitag. "Aber die Wahrung nationaler Interessen ist Angelegenheit des Staates." Man respektiere die Entscheidung aber.

Siemens habe in der Auseinandersetzung um Alstom "Handlungsfähigkeit, unternehmerischen Willen, strategische Finesse und letztlich vor allem auch Disziplin bewiesen".

Die französische Regierung hatte am Freitag bekanntgegeben, dem US-Unternehmen General Electric (GE) den Vorzug zu geben. In einer Allianz mit GE werde der französische Staat mit 20 Prozent bei Alstom einsteigen, kündigte Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg an. Alstom favorisiert ohnehin bereits seit Wochen das Angebot von GE.

Siemens und Mitsubishi hatten zuletzt 8,2 Milliarden Euro für Teile von Alstom geboten. Der Münchner Konzern wollte das Gasturbinen-Geschäft für 4,3 Milliarden Euro komplett übernehmen, in den Bereichen Dampf, Energienetze und Wasserkraft wollte Mitsubishi 40 Prozent an einer Holding mit Alstom übernehmen. Auch GE hatte sein Angebot noch zuletzt nachgebessert und insbesondere drei Gemeinschaftsunternehmen mit Alstom als gleichrangigem Anteilseigner im Energiebereich angeboten. GE hatte für die komplette Energiesparte ursprünglich 12,35 Milliarden Euro geboten.

Die französische Regierung hatte in den vergangenen Wochen wiederholt auf Nachbesserungen bei den Angeboten für Alstom gepocht. Per Dekret sicherte sie sich Mitte Mai ein Vetorecht bei ausländischen Investitionen in strategisch wichtigen Bereichen wie Transport und Energie.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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