Alstom-Tochter liefert S-Bahnen und Doppeldecker nach Schweden
Deutsche Züge rollen ins Ausland

Die deutsche Bahnindustrie sucht mit Erfolg das Wachstum im Ausland. Ein neues Beispiel dafür liefert die Stockholmer S-Bahn, die künftig Züge aus Deutschland nutzt. Anfang August geht in der schwedischen Hauptstadt die erste von 55 Einheiten nach einer Testphase in den fahrplanmäßigen Betrieb. Den Auftrag über 400 Mill. Euro hat sich das Werk Salzgitter der Alstom Transport Deutschland im internationalen Wettbewerb geholt.

STOCKHOLM. Für die traditionsreiche, ehemalige Waggonbauschmiede Linke-Hofmann-Busch (LHB) ist dies kein Einzelfall. Vor einigen Jahren bereits stattete das Werk die S-Bahn Kopenhagen mit einem neuen Zugtyp aus, und seine Dieseltriebwagen für den Nahverkehr rollen schon durch Dänemark und Norwegen.

Neben der 160 km/h schnellen, klimatisierten S-Bahn wird im Großraum Stockholm bald ein weiteres Alstom-Produkt eingesetzt, das unter der Führung der deutschen Tochter entsteht: ein elektrischer Doppelstock-Triebzug für den Pendlerverkehr. Er soll eine Region bedienen, in der drei Millionen Menschen, ein Drittel aller Schweden, leben. 43 Zugeinheiten werden derzeit ausgeliefert.

Alstom liefert ein Beispiel dafür, dass Züge aus Deutschland zum Exportschlager werden. Jahrzehntelang lebten die Hersteller gut von der alten Bundesbahn und der Deutschen Bahn. Doch der Konzern will auf seinem Weg in Richtung Börse sparen und bestellt kaum neue Schienenfahrzeuge. Die Branche forciert deshalb den Export, der bereits bei mehr als 50 Prozent der produktion liegt, und dieser Wert wird nach Einschätzung des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland weiter steigen.

"Nach dem starken Auftragsrückgang in Deutschland haben wir uns stärker den Ländern in Nordeuropa und besonders Schweden zugewendet", sagt Andreas Knitter, Chef der Alstom LHB in Deutschland. "Wir sehen weitere Chancen für hochentwickelte S-Bahnen, Regionaltriebwagen und Regionalstadtbahnen." Alle zwei Wochen wollen die Waggonbauer aus Salzgitter bis Februar 2007 je eine S-Bahn-Einheit ausliefern.

Der für den schwedischen Markt konzipierte Fahrzeugtyp basiert auf dem "Lirex", dem "leichten, innovativen Regionalexpress", den das Unternehmen vor einigen Jahren entwickelt und gemeinsam mit der Deutschen Bahn getestet hat, aber noch nicht in Deutschland verkaufen konnte. Zu den technischen Errungenschaften gehört neben der energiesparenden Leichtbauweise, dass die Antriebstechnik auf dem Dach angeordnet ist. Das vereinfacht Instandhaltung und Wartung im modernen Betriebswerk, das im Norden von Stockholm eigens für den neuen Zug gebaut wird.

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