Alstom und Bombardier
Frankreich will Allianz der Siemens-Konkurrenten

Westliche Zughersteller fürchten sich vor der erstarkten Konkurrenz aus China. Frankreich bringt deshalb eine mögliche Allianz von Alstom und Bombardier ins Spiel. Diese Zusammenarbeit würde Siemens hart treffen.

ParisFrankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron hat für den Siemens-Konkurrenten Alstom einen Schulterschluss mit dem kanadischen Flugzeug- und Zug-Hersteller Bombardier ins Spiel gebracht. Macron sagte vor Senatoren, es gebe einen scharfen Wettbewerb mit chinesischen Unternehmen. Dort haben sich die größten Zug-Produzenten in diesem Jahr zusammengeschlossen. Ein Bündnis mit Bombardier könnte deswegen erforderlich werden.

Macron regte zugleich an, dass Alstom den Verkauf des Energiegeschäfts für zwölf Milliarden Euro an den US-Mischkonzern General Electric (GE) zu Akquisitionen im Ausland nutzen könnte. „Alstoms Herausforderung ist es zu wachsen“, so der Minister. „Die Reduzierung der Schulden sollte dabei helfen, ausländische Konkurrenten zu kaufen.“

Eine Allianz von Alstom und Bombardier würde für Siemens die Perspektiven im Bahngeschäft einschränken. Die westlichen Hersteller fürchten sich vor der erstarkten Konkurrenz aus China und loten schon seit einiger Zeit die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit aus. Bombardier lehnte vor einigen Monaten einen Einstieg der Chinesen ab und fand mit dem Pensionsfonds CDPQ einen neuen Ankerinvestor.

Siemens hatte im Poker um das Kraftwerkssegment von Alstom den Franzosen seine Zugsparte angeboten. Das Geschäft kam letztlich aber nicht zustande, da GE die Münchner ausstach. Seither brüten die Siemens-Manager über der Zukunft des eigenen Bahngeschäfts. „Das Beste für Alstom ist, den Status Quo in der Industrie zu erhalten, bei dem drei große Anbieter den europäischen Bahnmarkt dominieren“, urteilten die Analysten der Großbank Barclays zuletzt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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