Altadis-Kauf verzögert
Imperial Tobacco enttäuscht trotz Gewinnplus

Während der Zigarettenmarkt in Deutschland immer weiter schrumpft hat der weltweit viertgrößte Zigarettenhersteller Imperial Tobacco im abgelaufenen Geschäftsjahr beim Gewinn nochmals zugelegt. Die Anleger sind trotzdem enttäuscht, denn bei der Übernahme des Rivalen Altadis kommt es zu einer Verzögerung. Imperial-Papiere fielen bis zum Mittag um mehr als ein Prozent.

HB LONDON. Für die zwölf Monate bis September wies das Unternehmen mit Marken wie Davidoff und West am Dienstag einen Gewinnanstieg von zwölf Prozent auf 136,7 Pence je Aktie aus und lag damit im Rahmen der Markterwartungen. Imperial Tobacco steigerte den Umsatz um vier Prozent auf umgerechnet 4,7 Mrd. Euro. Das bereinigte operative Ergebnis erhöhte sich um neun Prozent auf 2,1 Mrd. Euro (1,5 Mrd. Pfund). Die Dividende hob der Konzern um zwölf Prozent an.

In Deutschland, dem zweitgrößten Markt von Imperial, sank der Profit allerdings aufgrund von Steuererhöhungen, dem Beginn von Rauchverboten in der Gastronomie sowie dem Ende von Steckzigaretten.

Der Umsatz von Imperial Tobacco in Deutschland reduzierte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr ohne Steuern von 861 auf 751 Mill. Euro. Das bereinigte operative Ergebnis ging von 404 auf 341 Mill. Euro zurück. Da die Rauchverbote in den Bundesländern erst noch umgesetzt werden, rechnet die Imperial-Tochter Reemtsma mit einem weiter rückläufigen Markt. Die Talsohle auf dem deutschen Markt sei aber durchschritten, sagte Firmenchef Gareth Davis. Weltweit stieg die Zahl der von Imperial verkauften Zigaretten um sieben Prozent auf 200 Milliarden.

Äußerungen zur Übernahme des spanisch-französischen Rivalen Altadis sorgten jedoch für Verdruss. Imperial erwarte in Kürze die Zustimmung der spanischen Regulierungsbehörden, bis Januar 2008 solle das Geschäft dann abgeschlossen sein, erklärte Davis. Ein Branchenkenner sagte, die Verzögerung des Abschlusses enttäusche die Anleger. Zudem gebe es weiterhin Bedenken bezüglich einer erfolgreichen Integration von Altadis. Andere Analysten sagten, der Aufschub nähre auch Sorgen über die Finanzierung des Deals.

Imperial hat angekündigt, die Übernahme mit einer der größten Kapitalerhöhungen in der Geschichte Großbritanniens finanzieren zu wollen.Die Briten wollen 12,6 Mrd. Euro für den Rivalen mit Marken wie Gauloises und Fortuna zahlen.

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