Industrie
Altana beendet Zusammenarbeit mit Pfizer

Der Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana und der US-Pharmakonzern Pfizer beenden ihre Kooperation bei dem in Europa noch nicht zugelassenen Atemwegsmedikament Daxas. Das haben die Konzerne vergangene Nacht gemeinsam entschieden.

HB FRANKFURT. Die Kooperation werde zum 30. Juni 2005 beendet, teilte das im Deutschen Aktienindex (Dax) notierte Unternehmen am Freitag mit. Gemäß der Vereinbarung gebe Pfizer alle bezüglich Daxas bestehenden Rechte an Altana zurück. Altana übernehme damit wiederum die alleinige Verantwortung für die weitere Entwicklung, insbesondere für die laufenden Studien. Altana werde die Entwicklung von Daxas aber in jedem Fall fortsetzen.

Das Medikament gegen Raucherlunge und Asthma, dessen Zulassung für Europa derzeit noch geprüft wird, ist nebem dem Atemwegsmedikament Alvesco einer der Hoffnungsträger des Bad Homburger Unternehmens. Altana möchte mit Daxas und dem bereits in Großbritannien und Deutschland zugelassenen Atemwegsmittel Alvesco die Abhängigkeit vom bisherigen Kassenschlager Pantoprazol (Magen-Darmmedikament) verringern und sich in der Pharmasparte breiter aufstellen.

Doch auch wenn Altana am Freitag ankündigte, das Projekt mit vollem Engagement weiterzuführen, dürfte die angekündigte Trennung von Pfizer auch für einen erneuten Rückschlag bei dem milliardenschweren Hoffnungsträger sorgen: Es drohen Zeitverlust sowie steigende Forschungs- und Entwicklungskosten.

Wegen der gestiegenen Unsicherheit über die Zukunft des wichtigsten Entwicklungsproduktes ging die Aktie des Bad Homburger Pharmariesens auf Talfahrt: Sie verlor am Freitag mehr als 12 Prozent und kostete am Ende noch auf 41,43 Euro. Am Donnerstag hatte sie bei 47,33 Euro geschlossen. Analysten und Investoren rätseln unterdessen intensiv über die Hintergründe der Trennung. Altana selbst nannte keine Gründe, das Unternehmen erklärte lediglich, dass mit Pfizer darüber Stillschweigen vereinbart wurde.

Altana hatte mit Daxas bisher nicht viel Glück: Nachdem das Unternehmen Ende Oktober angekündigt hatte, den Daxas-Zulassungsantrag in den USA nicht im ersten Halbjahr 2005, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt stellen zu wollen, ging der Aktienkurs auf Talfahrt. Zudem konnte Altana nicht schnell genug ausreichend Probanden bei der Medikamentenerprobung finden.

Dennoch bestätigte das Altana-Management den Ausblick für 2005: „Wir werden alles tun, um unsere Ziele zu erreichen“, sagte Pharmavorstand Hans-Joachim Lohrisch. Konzernchef Nikolaus Schweickart hatte auf der Hauptversammlung ein Konzernergebnis in der Dimension des Vorjahres oder leicht darüber in Aussicht gestellt.

Nach dem Pfizer-Rückzug werden die Bad Homburger Daxas in den USA vorerst alleine weiterentwickeln. In Europa befindet sich das Medikament seit Februar 2004 im Zulassungsverfahren.

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