Alternative Energie
Athen plant weltgrößte Photovoltaik-Anlage

Griechenland steht zwar am  Abgrund des Staatsbankrotts, das weltgrößte Photovoltaik-Kraftwerk soll das Land wieder auf den Wachstumspfad bringen. Auch Deutschland will mitmischen.
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AthenGriechenland steht zwar am  Abgrund des Staatsbankrotts, aber die Sonne scheint noch. Und darin liegt eine Chance, das von Schuldenkrise und Rezession geplagte Land wieder auf den Wachstumspfad zu bringen: In einem aufgegebenen Braunkohle-Tagebau beim nordgriechischen Kozani soll das weltgrößte Photovoltaik-Kraftwerk entstehen. Für das Projekt, das auf 600 Millionen Euro veranschlagt wird, sucht der staatliche Stromversorger DEI einen strategischen Partner. 21 Konsortien aus den USA, China, Japan und europäischen Ländern haben sich beworben. Davon kamen jetzt 15 in die engere Wahl.

Auch deutsche Firmen hoffen auf den Zuschlag: So bewirbt sich die Centrotherm Photovoltaics AG aus dem bayerischen Blaubeuren gemeinsam mit der chinesischen Dongfang Electric und dem griechischen Unternehmen DTS Hellas um den Auftrag. Auch die Würth Solar GmbH aus Schwäbisch-Hall setzt auf einen griechischen Partner: Die Schwaben treten gemeinsam mit dem griechischen Baukonzern J+P Avax sowie dem italienischen Sonnenenergiespezialisten Sorgenia Solar an. Der Anlagenbauer Schneider Electric aus dem rheinischen Ratingen tat sich mit dem deutschen Solarkonzern Q-Cells und der norwegischen REC zusammen. In die engere Wahl kam jetzt auch die Siemens AG, die gemeinsam mit ihrer griechischen Tochter Siemens Hellas antritt – eine Bewerbung die allerdings von der Kontroverse um die Schmiergeldpraktiken des Konzerns in Griechenland überschattet wird, die demnächst ein Parlamentsausschuss untersuchen soll.

Mit einer installierten Leistung von 200 Megawatt wird das geplante Kraftwerk doppelt so leistungsstark sein wie die bisher weltgrößte Photovoltaik-Anlage im kanadischen Ontario. Der Solarpark bei Kozani soll pro Jahr 260.000 Megawattstunden Strom liefern – genug für 55.000 Haushalte. Geplant ist auch der Bau einer Fabrik für Solarpanels.

Gerd Höhler
Gerd Höhler
Handelsblatt / Korrespondent Südosteuropa

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