Alternative Energie
Windkraft steht vor neuem Aufschwung

Die Windenergie boomt. Die Auftragsbücher der Anlagenhersteller sind bis Ende 2007 gefüllt. Lieferzeiten zwischen 14 und 18 Monaten sind die Regel, die Zulieferer kommen mit der Produktion nicht hinterher und die Preise sind im Vergleich zum Krisenjahr 2004 zweistellig gestiegen. Dies ist das Szenario zu Beginn der weltgrößten Fachmesse WindEnergy in Hamburg, die vom 16. bis zum 19. Mai mit 330 Ausstellern läuft.

HAMBURG. Norbert Giese, Vorsitzender der Windenergiebranche im Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbauer VDMA und Geschäftsführer der Siemens Wind Power GmbH, sieht den Grund für die Belebung darin, dass sich die Nachfrage nach Windkraftanlagen weltweit belebt hat.

Der Weltmarkt für Wind-Energieanlagen wird sich nach Schätzung der Branche von 11 500 Megawatt (MW) an jährlich neu installierter Leistung 2005 auf über 20 000 MW 2014 verdoppeln.

Nach jahrelanger Abstinenz haben die USA im vergangenen Jahr die Windkraft entdeckt und aus dem Stand 2 400 Megawatt neu installiert. Für 2006 und 2007 wird in den USA sogar mit Neuinstallationen von je 3 200 MW gerechnet. Da in den USA aber für die Branche keine verlässlichen steuerlichen Rahmenbedingungen bestehen, existieren dort praktisch keine Werke. Die Folge: US-Energieversorger kaufen in Europa Anlagen, wo und zu welchen Preisen sie sie bekommen. Nicht nur Flügel, Generatoren oder Getriebe, auch die Stahltürme werden aus Europa in die USA verschifft.

Künftig setzt auch China auf Windkraft und will bis 2020 die Kapazität für 30 000 MW errichten. Und in der Europäischen Union steht der Ausbau der Windkraft als erneuerbare Energie ganz oben auf der Prioritätenliste, wie Arthouros Zervos, Präsident der European Wind Energy Association EWEA in Hamburg erläutert. So sehen die Pläne der EU-Kommission vor, dass die gegenwärtig in Europa installierte Kapazität von 40 000 MW bis 2030 auf 300 000 MW wächst. Dann sollen 22 bis 25 Prozent statt bisher drei Prozent des Stroms aus Windkraft stammen. Zervos hält dieses Ziel für ehrgeizig, aber machbar, da bislang nur drei Länder Europas, Deutschland, Spanien und Dänemark, in Windkraft investiert haben, und die restlichen 22 EU-Länder sich noch entwickeln müssen.

Diese Perspektive hat für einen Wandel des Bildes der Windkraftbranche gesorgt, meint Zervos. Dominierten vor einigen Jahren noch mittelständisch geprägte Hersteller, stehen jetzt Großkonzerne wie General Electric und Siemens auf der Produzentenseite; Shell, BP und Vattenfall sind als Entwickler oder der französische Energiekonzern Areva als Investor beim Hamburger Hersteller Repower tätig.

Geholfen hat der Windkraft der drastische Anstieg der Energiepreise in den vergangenen 15 bis 18 Monaten, sind sich Giese und Repower-Vorstandsvorsitzender Fritz Vahrenholt einig.

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