Alternative zum Jobbau
Metallunternehmen tauschen Mitarbeiter aus

Die schlechte Konjunktur lässt Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach Alternativen zu Kurzarbeit und Kündigung suchen. Im Siegerland wollen Metallfirmen künftig je nach Auftragslage ihre Mitarbeiter untereinander tauschen. Dadurch sollen Arbeiter nicht ausgelasteter Betriebe zeitweise zu florierenden Firmen wechseln können. Auch bei anderen Mitgliedsverbänden sind bereits ähnliche Regelungen geplant.

dpa-afx SIEGEN/BERLIN. Ein entsprechender Tarifvertrag zum Tausch von Mitarbeitern sei bereits zwischen der IG Metall und dem regionalen Arbeitgeberverband ausgehandelt worden, teilte Helmut Hofmann vom Verband der Siegerländer Metallindustrie mit. "Wir haben Unternehmen, die noch gut zu tun haben", sagte Hofmann. Diese könnten Facharbeitern aus anderen Firmen mit schlechter Auftragslage übergangsweise Beschäftigung bieten.

"Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand ist das die erste Region die so auf die aktuelle Krise reagiert", sagte ein Sprecher von Gesamtmetall in Berlin. Das Konzept funktioniere auch nur, wenn es Unternehmen gebe, die noch genügend Arbeit haben. Einen ähnlichen Tarifvertrag gebe es aber bereits seit einigen Jahren in Braunschweig. Dort tauschen zwölf Unternehmen der Kooperationsinitiative Braunschweig regelmäßig Mitarbeiter aus. Dem entsendenden Betrieb gehen keine Facharbeiter verloren und der Kooperationspartner kann so Auftragsspitzen abarbeiten. Der Facharbeiter bleibt bei seinem Unternehmen angestellt und muss dem zeitlich befristeten Wechsel in eine andere Firma zustimmen.

"Die Vereinbarung ist ein Baustein zur Beschäftigungssicherung", sagte Hofmann. Insbesondere einige Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau hätten trotz der Wirtschaftskrise mit zum Teil drastischen Auftragsrückgängen noch bis Mitte 2010 gut zu tun. Von der Krise betroffene Firmen, die ihre Facharbeiter ausleihen, könnten auf diese Weise die Kompetenz ihrer Fachleute im Unternehmen halten.

Nach Auskunft des Düsseldorfer Arbeitgeber-Verbandes Metall NRW sind derzeit auch in anderen Mitgliedsverbänden ähnliche Regelungen zur Arbeitnehmerüberlassung und-Qualifizierung im Gespräch. Der "Tarifvertrag Arbeitnehmerüberlassung" läuft zunächst bis Ende März 2010. Im Verband Siegerländer Metallindustrie sind 80 Unternehmen mit rund 16 000 Beschäftigten organisiert.

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