Altersteilzeit
IG Metall droht mit flächendeckendem Streik

Die Gewerkschaft IG Metall will die Arbeitgeber mit der Drohung flächendeckender Streiks zu weiteren Verhandlungen über Altersteilzeit zwingen. "Ein Arbeitskampf ist und bliebt die Ultima Ratio", sagte IG Metall-Bezirkschef Jörg Hofmann am Montag nach Beratungen der Gewerkschaft in Sindelfingen.

HB SINDELFINGEN. Die Arbeitgeber müssten an den Verhandlungstisch zurückkehren, um bis zum Beginn der anstehenden Tarifrunde Mitte Oktober eine Vereinbarung zu treffen. Andernfalls solle die Urabstimmung eingeleitet werden, um flächendeckende Streiks zu ermöglichen, heißt es in einer Empfehlung der Tarifkommission der IG Metall Baden-Württemberg an den Bundesvorstand der mächtigen Gewerkschaft. In der Resolution werden weitere Gespräche in Baden-Württemberg verlangt.

Am Freitag waren die Verhandlungen zwischen der IG Metall Baden-Württemberg und dem regionalen Arbeitgeberverband über einen Pilotabschluss für Altersteilzeit in der bundesweit rund 3,5 Mill. Beschäftige zählenden der Metall- und Elektroindustrie abgebrochen worden. In sieben Verhandlungsrunden hatten sich die Tarifparteien mit ihren gegensätzlichen Positionen zwar angenährt, aber entgegen den Erwartungen keinen Durchbruch erzielt.

Die IG Metall pocht weiter darauf, dass in jedem Betrieb bis zu fünf Prozent der Beschäftigten unabhängig von ihrer Tätigkeit über Altersteilzeit früher aus dem Berufsleben ausscheiden können. Die finanzielle Förderung des vorzeitigen Ausscheidens durch die Bundesanstalt für Arbeit läuft Ende 2009 aus. Die Arbeitgeber dringen darauf, dass nur noch Ausnahmefälle wie schwer körperlich arbeitende Beschäftigte oder Schichtarbeiter in Altersteilzeit gehen können. Zudem sollen sich die Beschäftigten künftig an den Kosten beteiligen.

Am Dienstag will der Bundesvorstand der Gewerkschaft die weitere Marschroute in den seit Monaten schwelenden Konflikt festlegen. Der Vorstand des bundesweiten Arbeitgeberverbands Gesamtmetall will am Mittwoch über seinen weiteren Fahrplan beraten. Beide Seiten beteuern, noch vor der Sommerpause eine Regelung finden zu wollen.

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