Altes Firmengelände taugt nicht
Haribo zieht weg aus Bonn

Deutschlands größter Süßwarenhersteller, die Gummibärchen-Legende Haribo, plant die Aufgabe seines Stammsitzes in der ehemaligen Bundeshauptstadt. Doch Glück im Unglück für die Mitarbeiter: Der neue Standort liegt nicht weit entfernt.

HB BONN. „Wir können an unserem bisherigen Standort nicht weiter produzieren“, sagte Firmenchef Hans Riegel dem Berliner „Tagesspiegel“ (Montagsausgabe). Als mögliche neue Standorte für den Fruchtgummi- und Lakritzhersteller nannte der Firmenchef das rheinland-pfälzische Grafschaft und Rheinbach in Nordrhein-Westfalen. Die Entscheidung für einen der beiden Standorte werde wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres fallen, ergänzte am Montag ein Firmensprecher. Betroffen von dem Umzug wären 1 350 Mitarbeiter.

Haribo war vor 85 Jahren in Bonn-Kessenich gegründet worden. Das spiegelt sich sogar im Namen. Denn Haribo steht für: HAns RIegel BOnn. Hans Riegel war Firmengründer und Vater des heutigen Chefs. „Als wir in Kessenich begonnen haben, war das alles grüne Wiese. Jetzt sind wir komplett zugebaut“, betonte Riegel. Und das behindere die Arbeit. Denn um die Anwohner nicht zu stören, dürfe nach 22 Uhr kein Lastwagen mehr auf den Hof fahren. „Wir können an unserem bisherigen Standort nicht weiter produzieren, wir müssen aus diesem Wohngebiet raus.“

Allerdings zieht es das Familienunternehmen bei dem Umzug nicht in die Ferne. Beide ins Auge gefassten Alternativstandorte sind nur rund 20 Minuten vom bisherigen Firmensitz entfernt. „Wir wollen das Know-how unserer Mitarbeiter mitnehmen“, sagte der Firmensprecher. Deshalb habe man einen Standort in der Nähe gesucht. Die Stadt Bonn selbst sei allerdings nicht in der Lage gewesen, dem Unternehmen das benötigte 25 Hektar große Gelände zur Verfügung zu stellen.

Die Planungen für den Neubau könnten schon im nächsten Jahr beginnen, sagte Riegel. Als erstes soll ein neues Logistikzentrum mit Hochregallager errichtet werden, später könnten auch Produktion und Verwaltung folgen. „Aber bis das alles verlegt wäre - das wäre ein Prozess der sich sicherlich über zehn Jahre hinziehen würde oder noch länger“, sagte der Haribo-Chef.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%