Altlasten im Deutschland-Geschäft getilgt
Heineken will deutsche Beteiligung auf Kurs bringen

Der niederländische Braukonzern Heineken hält trotz hoher Verluste an seinem Engagement in Deutschland fest. Das Unternehmen, weltweit die Nummer drei im Brauereigeschäft, will das Joint-Venture mit der Münchner Schörghuber Gruppe künftig aktiver als bisher gestalten.

KULMBACH. „Wir arbeiten derzeit an einer Plattform, die den Wareneinkauf, die Kapazitätsauslastung der Braustandorte und die unterschiedlichen IT-Systeme innerhalb der BHI koordinieren soll“, berichtet Hans P. van Zon, Finanzchef der Brau Holding International (BHI) und Statthalter des niederländischen Brauriesen in Deutschland.

Vor sieben Jahren beteiligten sich die Niederländer mit 49,9 Prozent an der BHI. Die Holding hält Anteile an der Paulaner Braugruppe, der Kulmbacher Brauerei AG, der saarländischen Karlsberg Brauerei sowie weiteren süddeutschen Brauereien. Mit einem Bierabsatz von rund neun Millionen Hektolitern ist die Gruppe nach Oetkers Radeberger Gruppe, die etwa Jever, Clausthaler und DAB vertreibt, und Inbev Deutschland, die Beck’s und Diebels brauen, der drittgrößte deutsche Braukonzern. Bei einem Umsatz von insgesamt 810 Mio. Euro schrieb BHI im Jahr 2007 einen Verlust von 105 Mio. Euro.

„Heineken war schon zu Beginn des Joint-Ventures klar, dass Deutschland nicht zu den profitabelsten Biermärkten der Welt gehört“, sagt van Zon. So richtig aufgewacht waren die BHI-Verantwortlichen aber erst vor kurzer Zeit, als es gleich an mehreren deutschen Standorten lichterloh brannte.

Während sich die Beteiligung an der Paulaner Gruppe wieder einmal als solides Investment erwies, waren sowohl bei der Karlsberg-Holding KIB als auch bei der Kulmbacher Brauerei AG hohe Wertberichtigungen fällig geworden. Allein die Verluste der Saarländer betrugen im Jahr 2007 rund 80 Mio. Euro.

Deshalb würde die BHI das Desaster in der Saarpfalz wohl gerne möglichst bald beenden. „Bis zum Hochsommer wird voraussichtlich eine endgültige Entscheidung in Sachen Karlsberg fallen“, kündigt van Zon an. Bei der Karlsberg-Gruppe wollte am Donnerstag niemand Details der Verhandlungen preisgeben.

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