Der US-Tabak- und Konsumgüterkonzern Altria
hat sich mit dem US-Kautabak-Hersteller UST auf dessen Übernahme geeignet. Die Philip-Morris-Mutter will für die Akquisition rund 10,3 Mrd. $ in bar zahlen, teilte das Unternehmen am Montagmittag mit. Pro Aktie seien dies 69,50 Dollar.
HB FRANKFURT. Altria
sieht durch die Übernahme ab 2011 jährlich Synergien in Höhe von 250 Millionen Dollar. Die Aktien der beiden beteiligten Unternehmen lagen in den USA vorbörslich leicht im Plus.
UST dominiert mit seinen Marken Copenhagen und Skoal den US-Markt für rauchfreie Tabakprodukte - allerdings mit sinkender Tendenz: Angesichts knapperer Kassen verschmähen die Kunden immer häufiger die hochpreisigen UST-Produkte. Altria
selbst hat mit einem schrumpfenden Zigarettenmarkt zu kämpfen.
Über eine Übernahme von UST war seit Monaten spekuliert worden, und der Tabak- und Lebensmittelkonzern Altria
galt als Interessent. Schließlich will der Mutterkonzern von Philip Morris USA seit längerem sein Geschäft in andere Bereiche ausweiten, um den Rückgang bei Zigaretten zu kompensieren. Bereits im November hatte Altria
den Zigarrenproduzenten John Middleton übernommen.
Das UST-Produkt Skoal gehört zu den in den USA beliebten rauchfreien Tabakprodukten, die dem Kautabak ähneln. Der "smokeless tobacco" wird mit den Fingern geformt und dann zwischen Lippe und Zahnfleisch platziert - aber nicht gekaut.
Altria
hat einen umfangreichen Umbau hinter sich: Ende März spaltete der Konzern das internationale Geschäft Philip Morris International ab und verkaufte seine Hauptniederlassung in Manhattan.
Der Camel- und Pall-Mall-Hersteller Reynolds American
hatte bereits 2006 den Tabakhersteller Conwood gekauft. Der Altria
-Rivale Reynolds experimentierte zudem mit rauchfreien Tabakprodukten unter der Camel-Marke, was den Konkurrenzdruck auf UST noch verschärfte.

