Doch bisher präsentiert sich Alcoa in der Situation des Jägers. Konzernchef Alain Belda betonte, Größenvorteile spielten im Wettbewerb mit Anbietern aus Russland oder China die entscheidende Rolle: „Du musst größer sein als das Loch, in das Du fallen kannst“, sagte er vor Investoren. In Kanada hört man diese Töne nicht gerne, weil zuletzt bereits einige führende Unternehmen des Landes in ausländische Hände übergegangen sind. „Die Politik wird eine entscheidende Rolle spielen“, sagte Karl Moore, Management-Professor an der McGill-Universität Montreal, der „New York Times“.
Das Alcan-Management hatte Fusionsgespräche mit Alcoa im November 2006 abgebrochen. Alcan-Chef Richard Evans vertritt die Ansicht, sein Konzern bleibe auch ohne Großfusion wettbewerbsfähig. Er warnte zudem davor, dass jede feindliche Übernahme den Vertrag über vergünstigten Strombezug mit der Provinz Quebec gefährden würde. Für Aluminium-Produzenten ist der Strom ein wichtiger Kostenfaktor.
Doch US-Medien zufolge stehen potenzielle Käufer Schlange: Neben BHP Billiton und Rio Tinto werden auch die brasilianische Vale do Rio Doce, der Stahl-Riese Arcelor Mittal sowie Anglo American als mögliche Angreifer gehandelt. Anglo-Chefin Cynthia Carroll war erst vor wenigen Monaten von Alcan zu der Minengesellschaft gewechselt.

