Aluminium-Branche: Alcoa gibt sich optimistisch

Aluminium-Branche
Alcoa gibt sich optimistisch

Der Aluminium-Konzern Alcoa profitiert überraschend von der steigenden Nachfrage für Autos und Luftfahrt. Der Gewinn im ersten Quartal liegt bei 94 Millionen Dollar, Analysten hatten deutliche Verlust erwartet.
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New YorkDer US-Aluminiumriese Alcoa ist überraschend schwungvoll ins neue Jahr gestartet und hat damit die Sorgen vor einem weltweiten Abschwung gedämpft. Das von Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführte Unternehmen profitierte im ersten Quartal von einer spürbaren Erholung in der Automobil- und Luftfahrtbranche. Nach einem Verlust Ende 2011 gelang dem Konzern im abgelaufenen Vierteljahr entgegen der Erwartungen wieder ein Gewinn von 94 Millionen Dollar.

Der Umsatz zog trotz sinkender Alu-Preise leicht auf sechs Milliarden Dollar an. Der Rohstoffriese gilt als Konjunkturbarometer für die gesamte Materialwirtschaft. Alcoa läutet zudem traditionell die Bilanzsaison in den USA ein und liefert damit wichtige Vorzeichen auch für andere Branchen. Die Börsen in Europa und den USA ließen sich von dem Optimismus des Aluminium-Lieferanten beflügeln: Dax und Dow Jones ließen die Vortagesverluste hinter sich und legten dank der Vorlage zu. „Die Hoffnung auf eine gute Berichtssaison in den USA und einen weiterhin starken amerikanischen Konjunkturmotor lässt die Sorgen der Anleger erst mal in den Hintergrund rücken“, sagte Markus Kraus, Marktanalyst bei GKFX Deutschland.

Alcoa profitierte nach Angaben von Dienstagabend von guten Geschäften in Nordamerika und auch in China. „Wir sehen weltweit bei der Nachfrage im wesentlichen auf allen Märkten Wachstum“, sagte Kleinfeld. „In der Luftfahrt bewegt sich der Markt von Höhenflug zu Höhenflug.“ In Nordamerika sei die Nachfrage nach Aluminium, das in Trinkdosen, Autos oder Flugzeugen verbaut wird, vor allem in der Industrie stark. Ausnahme sei lediglich der Bausektor gewesen.

Gerade für die USA und China hatten jüngste Konjunkturdaten bei Anlegern die Alarmglocken schrillen lassen. Der Arbeitsmarkt in den USA kommt nicht in Tritt und in China deutet vieles auf einen Abschwung vor allem der Binnenkonjunktur hin. Damit würde die mittlerweile weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft nach den USA als Wachstumslokomotive ausfallen.

Für die wichtigen Sektoren Auto und Luftfahrt bleibt Alcoa noch auf längere Sicht optimistisch. Der Konzern hob die Wachstumsprognose für die Luftfahrt auf 13 bis 14 Prozent an. Die Automobilbranche dürfte demnach um drei bis sieben Prozent zulegen. „Damit ist der Beginn der Berichtssaison in den USA gelungen. Grund für Euphorie ist dies nicht, allerdings eine kleine Erleichterung“, sagte ein Börsianer in Frankfurt.

Experten werteten vor allem den leichten Anstieg der Erlöse positiv. „Entscheidend ist für mich der Umsatz. Den Umsatz stabil zu halten, wenn die Preise sinken, zerstreut die Sorgen, dass die Nachfrage nachlässt“, sagte Analystin Bridget Freas von Morningstar in Chicago. Alcoa steigerte seine Produktivität und wies für das fortgeführte Geschäft einen Gewinn von 94 Millionen Dollar oder neun Cent je Aktie aus. Analysten hatten für das nun abgeschlossene Quartal einen Fehlbetrag von vier Cent je Aktie erwartet. Der Umsatz lag ebenfalls über den Erwartungen von 5,77 Milliarden Dollar. Die Bilanz verschaffte Alcoa einen sprunghaften Wertzuwachs an der Börse. Die Aktie legte in New York rund 8,5 Prozent zu und damit deutlich stärker als der Markt. In den vergangenen zwölf Monaten hat das Papier 46 Prozent verloren. Hauptgrund war der rückläufige Aluminium-Preis. Er ist verglichen zum Vorjahr um rund 20 Prozent gesunken, hat sich aber zuletzt wieder etwas erholt. Vor kurzem kündigte Alcoa an, die Produktion zu drosseln, um Überkapazitäten abzubauen und auf diesem Weg die Preise zu stabilisieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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