Aluminium-Hersteller Rusal und Sual
In Russland bahnt sich neue Großfusion an

In Russland planen die Aluminium-Hersteller Rusal und Sual einem Zeitungsbericht zufolge eine Fusion zum größten Produzenten des Leichtmetalls weltweit. An der neuen Firma, deren Wert auf 22 Milliarden Dollar geschätzt wird, soll der Oligarch Oleg Deripaska drei Viertel halten.

HB MOSKAU. Die Fusion sei vereinbart, berichtet die Zeitung „Kommersant“ am Montag. Sie beruft sich auf Angaben eines Informanten aus dem Umfeld der beiden Haupteigner der Konzerne, Wiktor Wekselberg (Sual) und Oleg Deripaska, Eigentümer der Gesellschaft Russisches Aluminium (Rusal). Demnach haben beide Partner Anfang August bereits ein Absichtsprotokoll unterzeichnet, mit dem der Weg zur Bildung des künftig weltgrößten Aluminiumherstellers geebnet werde. Der fusionierte Konzern würde den russischen Markt zu 100 Prozent kontrollieren, heißt es.

Das Geschäft soll offiziell im Herbst bekannt gegeben werden. Dem Zeitungsbericht zufolge werden zwei Varianten erwogen: Eine Fusion auf der Basis von Rusal bzw. die Bildung einer neuen Struktur. Bekannt ist bereits, dass Deripaska mit 75 Prozent der Haupteigentümer der hervorgehenden Gesellschaft sein wird. Zugleich wollen die zukünftigen Partner die Handelsmarken Rusal und Sual beibehalten. Wie es weiter hieß, werden dabei Wekselbergs Aktiva „mindestens auf 5,5 Mrd. Dollar“ geschätzt, während das gemeinsame Unternehmen mit 22 Mrd. Dollar zu bewerten sei. Zugleich war Sual von Investmentbanken vor zwei Wochen auf maximal 3,8 Mrd. Dollar geschätzt worden. Wie Wladimir Popow, Analyst der Investmentgesellschaft Entente Capital, sagte, würde der Gesamtwert von Sual und Rusal lediglich 15 Mrd. bis 17 Mrd. Dollar betragen. Es werde allerdings nicht ausgeschlossen, dass die Prämie für die Spitzenposition in der Welt im Geschäftswert bereits berücksichtigt sei.

Der Produktionsumfang des gemeinsamen Unternehmens wird, ausgehend von den Kennzahlen des vergangenen Jahres, 3,7 Millionen Tonnen betragen, während die jetzigen Weltspitzenreiter Alcoa (USA) und Alcan (Kanada) jeweils 3,5 Millionen Tonnen Aluminium im Jahr produzieren. Darüber hinaus wird damit ein Monopolist auf dem russischen Markt geschaffen. Rusal und Sual werden keine Schwierigkeiten mit einer Genehmigung der Antimonopolbehörde haben, meinte ein Sprecher der Behörde. Das russische Kartellrecht ermögliche es, solche Geschäfte zu billigen, wenn sie “zur Festigung der Positionen der russischen Hersteller auf dem Weltmarkt beitragen“.

„Natürlich wird eine Zustimmung der Präsidentenadministration dafür erforderlich sein“, sagte laut Zeitung ein der Antimonopolbehörde nahe stehender Experte. Nach Angaben von „Kommersant“ haben die Teilnehmer des Geschäfts bereits eine persönliche Billigung von Präsident Wladimir Putin dafür erhalten. Offizielle Stellungnahmen von Rusal und Sual waren bisher nicht zu erhalten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%