Aluminiumhersteller eröffnet US-Berichtssaison
Streik und Hurrikan drücken Alcoa-Gewinn

Ein Streik in einem kanadischen Hüttenwerk und Verwüstungen durch den Hurrikan "Ivan" haben den Gewinn des US-Aluminiumerzeugers Alcoa im dritten Geschäftsquartal 2004 nur leicht ansteigen lassen.

HB NEW YORK. Die Zusatzkosten hätten auch durch die hohen Aluminiumpreise nicht aufgefangen werden können. In den drei Monaten sei ein Reingewinn von 283 Millionen Dollar oder 32 Cent je Aktie entstanden, teilte der in Pittsburgh ansässige Konzern mit. Vor einem Jahr hatte Alcoa einem Gewinn von 280 Millionen Dollar ausgewiesen. Die Umsätze hätten sich von 5,32 Milliarden auf 5,98 Milliarden Dollar Dollar erhöht.

Belastet wurden die Ergebnisse unter anderem durch einen seit drei Monaten anhaltenden Streik in einem Hüttenwerk in Becancour in der kanadischen Provinz Quebec. Alcoa-Chef Alain Belda hatte sich gegenüber den Forderungen der Gewerkschaften bislang verschlossen gezeigt. Auf die Frage, ob er lieber einen längeren Streik in Kauf nehme, bis die Gewerkschaften die Vorschläge des Unternehmens akzeptierten, sagte Belda: „Ja, so ist es.“ Derzeit gebe es jedoch eine Annäherung der Positionen, fügte Belda hinzu.

Finanzchef Rick Kelson sagte, der Streik in Quebec koste Alcoa den Gegenwert von 1 bis 1,5 Cent je Aktie. Analysten sind jedoch der Ansicht, die Streikkosten würden sich nicht nachhaltig auf die Gewinnentwicklung auswirken. „Wenn diese Frage geklärt ist, werden die Aussichten sehr günstig sein“, sagte Lloyd O'Caroll von BB&T Capital Markets mit Verweis auf die hohen Aluminiumpreise.

Finanzchef Kelson sagte weiter, der Hurrikan „Iwan“ habe einen begrenzten Schaden an einer Produktionsstätte in Jamaika angerichtet. Jedoch sei der Hafen, den Alcoa zur Verschiffung nutze, erheblich beschädigt worden. Im laufenden vierten Quartal würden sich die Hurrikan-Schäden jedoch nur noch geringfügig in den Unternehmenszahlen niederschlagen.

Das Unternehmen kämpfte auch mit hohen Tarif- und Krankenversicherungskosten für seine Bediensteten. „Unsere Bemühungen, die höheren Tarif- und Krankenversicherungskosten in Nordamerika anzupacken, haben unsere Gewinne reduziert, erklärte Konzernchef Alain Belda. Die Energiekosten stiegen vor allem in Nordamerika und Europa stark.

Insgesamt gehe Alcoa davon aus, dass sich die Aluminiumpreise weiterhin auf hohem Niveau bewegten, so dass die Ergebnisse im vierten Quartal über denen des dritten Quartals liegen würden.

Durch den Zusammenschluss des kanadischen Konkurrenten Alcan mit dem französischen Aluminiumkonzern Pechiney im vergangenen Jahr wurde Alcoa als Branchenführer nach Umsatz von der Spitze verdrängt.

Alcoa legt traditionell als erstes der im Standardwerte-Index Dow-Jones gelisteten Unternehmen seine Quartalszahlen vor. Der Kurs der Aktie gab im nachbörslichen Handel 0,8 Prozent auf 33,80 Dollar nach.

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