Aluminiumhütte
Floskelstreit im Hydro-Aufsichtsrat

Die geplante Stilllegung der Aluminiumhütte von Norsk Hydro in Neuss hat zu einem scharfen Konflikt im Aufsichtsrat geführt. Nach Angaben von IG Metall-Vorstand Hannelore Elze, die im Aufsichtsrat der Neusser Hydro-Tochter sitzt, sollte das Gremium statt einer Produktionskürzung der Schließung von Deutschlands größter Aluminiumhütte zustimmen.

DÜSSELDORF. Der Aufsichtsrat von Hydro Aluminium Deutschland hat gestern formal über die Plänen des norwegischen Mutterkonzerns abgestimmt. In der Beschlussvorlage hieß es laut Elze: „Der Aufsichtsrat stimmt zu, dass die Geschäftsführung einen Prozess einleitet mit dem Ziel, die Elektrolyse und die Anodenfertigung im Rheinwerk, Neuss, sobald wie möglich zu schließen.“

Dies steht im Widerspruch zu den bisherigen Ankündigung der Konzernführung. Diese wollte die Produktion von zuletzt 230 000 Tonnen vollständig zurückfahren, sich aber das Anfahren der Hütte offen halten. Wegen hoher Stromkosten und dem gefallenen Alu-Preise schreibt die Fabrik täglich einen Verlust von mindestens 300 000 Euro.

Auf Druck der Arbeitnehmerseite sei der Passus in der Beschlussvorlage geändert worden, sagte Elze. Mit den Stimmen der Arbeitgeberbank im Gremium sei nun beschlossen worden, dass das Rheinwerk sobald wie möglich auf Null heruntergefahren werde. Sie und die anderen Arbeitnehmervertreter hätten dagegen votiert.

Ein Sprecher von Norsk Hydro bezeichnete die ursprüngliche Formulierung als „Missverständnis“. „Die Fabrik soll eingemottet und darauf vorbereitet werden, bei einer Erholung möglicherweise wieder hochgefahren zu werden“, sagte er in Oslo. Im Rheinwerk arbeiten 650 Menschen. Die meisten davon sollen nun auf Kurzarbeit geschickt werden.

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