Aluminiumhütte
Mitarbeiter kämpfen für Erhalt von Rheinwerk

Das Schicksal von Deutschlands größter Aluminiumhütte hängt am seidenen Faden. Der norwegische Konzernmutter Norsk Hydro will die Produktion weiter zurückfahren. „Deutlich“ soll der Einschnitt ausfallen, heißt es im Konzern. Betriebsrat und Gewerkschaften kämpfen für den Erhalt der Alu-Fabrik in Neuss.

DÜSSELDORF. Hydro solle keine schnellen Beschlüsse zur Schließung der Elektrolyse, also der eigentlichen Aluminiumproduktion, fällen, sagte Hannelore Elze von der Gewerkschaft IG Metall vor einem Treffen des Aufsichtsrats-Präsidiums am Mittwoch. „Schließlich hat das Rheinwerk über Jahre einen Millionengewinn eingefahren.“ Bei dem Treffen will die Konzernführung das Präsidium über weitere Einschnitte informieren; einen Tag später ist eine Betriebsversammlung in Neuss geplant.

Die rund 650 Mitarbeiter müssen sich auf empfindliche Einschnitte gefasst machen. Denn das Rheinwerk steckt tief in den roten Zahlen. Nach eigenen Angaben produziert die Fabrik Tag für Tag einen Verlust von mindestens 300 000 Euro. Eine Besserung ist nicht in Sicht, da der Aluminiumpreis unter der Marke von 1 400 Euro pro Tonne klebt. Das Rheinwerk schreibt erst ab 2 500 Euro Gewinn. Grund sind die hohen Stromkosten.

Elze appellierte an die Energieversorger, „ihre starre Verhaltensstrategie aufzugeben“. Sie sollten dem Rheinwerk Strompreise gewähren, die in Europa wettbewerbsfähig sind. Erster Ansprechpartner ist die RWE AG. Bei einem Spitzentreffen gestern im NRW-Wirtschaftsministerium konnten Vertreter von RWE und Hydro indes keine Einigung erzielen. Die Gefahr einer endgültigen Schließung der Aluminiumproduktion wächst damit; 650 Jobs sind damit in Gefahr.

Um diese abzuwenden, wollen die Beschäftigten kommenden Montag auf die Straße gehen. Vor dem Werk solle eine Protestaktion stattfinden, sagte Elze.

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