Aluminiumindustrie
Alu-Hersteller schöpfen Hoffnung

Manchmal kann auch ein Millionen-Verlust Hoffnung machen. Nachdem Alcoa am Mittwochabend die Berichtssaison in den USA eröffnet hatte, jubilierte die Aluminiumindustrie. Denn die Zahlen von Alcoa waren nicht so schlecht wie befürchtet. Dabei bleibt die Lage angespannt.

FRANKFURT. Die Aluminiumindustrie hat aus Sicht von Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld die Talsohle durchschritten. „Wir haben nach wie vor herausfordernde Bedingungen auf den globalen Märkten, aber es gibt einige Nischen des Wachstums“, sagte Kleinfeld bei der Vorlage der Zahlen für das abgelaufen Quartal. Er verwies dabei auf die steigende Nachfrage in China, dem weltweit größten Markt für das Leichtmetall.

Trotz der positiven Signale bleibt die Lage angespannt: Denn unter dem Strich bleibt aber aus Sicht des größten US-Aluminiumherstellers für die Branche ein Minus von rund sieben Prozent, bekräftigte der frühere Siemens-Chef seine bisherige Prognose. Weltweit werden damit 34,5 Mio. Tonnen geschmolzen.

Impulse verspricht sich Kleinfeld von den weltweit aufgelegten Konjunkturpaketen, die Investitionen in Infrastruktur und die Industrie vorsehen. Allein China will 585 Mrd. Dollar in die Wirtschaft pumpen. Zumindest kurzfristig werde das Land damit auf Importe angewiesen sein, die sich in diesem Jahr auf rund 700 000 Tonnen belaufen sollten.

Den Aluminiumherstellern setzt neben die schwache Nachfrage aus der Baubranche die Absatzflaute auf dem Fahrzeugmarkt zu. Vergleichsweise stabil erweist sich die Nachfrage der Verpackungsindustrie.

Auch in Deutschland zeichnen sich in der gebeutelten Branche erste Hoffnungsschimmer am Horizont ab. Deutschlands größter Hersteller Trimet fuhr zuletzt seine Produktion in Essen wieder hoch. Weniger erfreulich ist die Lage allerdings bei dem Neusser Rheinwerk. Die Zukunft der zur norwegischen Norsk Hydro gehörenden Fabrik bleibt offen. Derzeit werde die vom Bund geplante finanzielleEntlastung stromintensiver Industrien geprüft und dann über den Fortbestand entschieden, sagte ein Sprecher.

Eine steigende Nachfrage registriert Alcoa-Chef Kleinfeld bei den US-Autobauern. Der Abbau der Alulagerbestände sei bei diesen Kunden abgeschlossen, die Nachfrage werde daher in der zweiten Jahreshälfte anziehen, sagte er bei einer Telefonkonferenz. Zur Belebung sollte auch das von der US-Regierung eingeführte Programm zur Auto-Absatzförderung beitragen.

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