Aluminiumriesen
Alcan rüstet zum Gegenschlag gegen Alcoa

Alcan lässt Alcoa abblitzen. Der kanadische Aluminiumkonzern weist das Übernahmeangebot des größeren US-Rivalen zurück. Der Preis von 27,6 Mrd. Dollar spiegele nicht den wahren Wert seines Unternehmens wider, sagte Alcan-Chef Dick Evans. Er forderte die eigenen Aktionäre auf, die Alcoa-Offerte auszuschlagen.

DÜSSELDORF/NEW YORK. Zugleich kündigte Evans an, Alcan werde "nun alle Optionen" für eine Gegenstrategie prüfen. Dabei schloss er auch ein Gegenangebot für Alcoa nicht aus. Außerdem sei er "in fortlaufenen Gesprächen mit anderen Bewerbern", sagte Evans. Darunter befindet sich nach einem Bericht der kanadischen Tageszeitung "Globe and Mail" auch der australische Rohstoffriese BHP Billiton, der bereits vor einem Jahr versucht haben soll, mit Alcan anzubandeln. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme zu dem Zeitungsbericht ab.

Vor zwei Wochen hatte der nach Umsatz größte Aluminiumkonzern der Welt die bislang teuerste Übernahmeschlacht in der Branche eröffnet. Nachdem beide Konzerne mehr als zwei Jahre erfolglos über einen friedlichen Zusammenschluss verhandelt hatten, ging Alcoa-Chef Alain Belda in die Offensive und legte ein kombiniertes Angebot aus eigenen Aktien und einer Barzahlung im Wert von 73,25 Dollar je Alcan-Aktie vor. Der fusionierte Konzern werde mit 188 000 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 54 Mrd. Euro und ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 9,5 Mrd. Dollar erreichen, rechnete Belda den Alcan-Aktionären vor.

Doch am Börsenkurs ist abzulesen, dass der US-Konzern mit seiner ersten Offerte kaum Erfolg haben wird. Seit die Alcoa-Offerte auf dem Tisch liegt, notiert die Alcan-Aktie um 82 Dollar. am Mittwoch sprang der Kurs auf 84 Dollar. Dies zeigt die Erwartung des Marktes, dass Alcoa noch kräftig draufsatteln muss, um Erfolg zu haben. Die Deutsche Bank und die Bank of America halten in aktuellen Studien einen Preis von 90 Dollar je Alcan-Aktie für angemessen. "Die Ablehnung von Alcan kommt deshalb nicht überraschend", sagte Leo Larkin, Aktienanalyst bei Standard & Poor's Equity in New York.

An kartellrechtlichen Bedenken würde der Kauf wohl nicht scheitern, meint Larkin. Hier hat Alcoa-Chef Belda vorgesorgt, als er bereits bei der Vorlage seines Übernahmeangebots den Kartellbehörden in Europa und den USA signalisiert hatte, etwaigen Bedenken wegen der dominierenden Position des fusionierten Unternehmens entgegenkommen zu wollen.

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