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21.11.2007 

Allerdings ist der Lebenszyklus des Wirkstoffs begrenzt. 2013 läuft das Patent in den USA aus, ein Jahr später das Schutzrecht in Europa. Die Strategie zielt daher vor allem darauf, Nachschub für die Zeit nach Memantine zu entwickeln. Eine erste Neuentwicklung konnte das Unternehmen inzwischen mit dem Botulinum-Toxin Xeomin auf den Markt bringen, das zur Behandlung spezieller Muskelverkrampfungen zugelassen ist.

Ein Nachfolge-Produkt für Memantine befindet sich in der klinischen Prüfung. Es wird parallel in der Tinnitus-Therapie getestet und könnte im Erfolgsfall 2011 auf den Markt kommen. Insgesamt laufen derzeit 18 Phase-III-Studien mit drei Wirkstoffen, wobei sich Merz fast ausschließlich auf Demenz- und Hautkrankheiten konzentriert. „Als mittelgroßes Unternehmen können wir nur mit einer Fokussierung auf spezielle Segmente bestehen“, sagte Pharmachef Zügel.

Mit einer schuldenfreien Bilanz und 150 Mill. Euro Liquidität verfügt das Familienunternehmen über einigen Spielraum zum Ausbau der Forschung oder auch für Zukäufe. Dessen ungeachtet zielt die Gruppe darauf, kapitalmarktfähig zu sein. Seit zwei Jahren publiziert Merz komplette Geschäftsberichte samt IFRS-Abschluss. Ein Börsengang oder eine anderweitige externe Finanzierung ist nach Hückmanns Worten aber nur für den Fall denkbar, dass sich eine außergewöhnliche und besonders attraktive Chance zur Expansion ergebe. „Und das ist im Moment nicht zu sehen.“


Hoffnungsträger für die Zeit nach Memantine

Tinnitus-Therapie: Mit dem Wirkstoff Neramexane wagt sich Merz in ein bisher noch relativ brach liegendes Therapiegebiet, die Behandlung des Tinnitus, einer Nervenstörung, die zu Summ- oder Pfeifgeräuschen im Ohr führt. Nach positiven Zwischenresultaten bei klinischen Tests soll eine große Studie in dem Bereich Mitte des kommenden Jahres anlaufen. Darüber hinaus wird Neramexane auch gegen die Alzheimersche Krankheit getestet.

Botox-Konkurrent: Bei dem Medikament Xeomin handelt es sich um ein gentechnisch modifizierte Version des Botulinumtoxins. Der Wirkstoff hat bereits eine Zulassung zur Behandlung spezieller Muskelverkrampfungen. Angestrebt wird aber auch die Zulassung für kosmetische Zwecke. Merz könnte damit dem Erfolgsprodukt Botox von Allergan Konkurrenz machen, das hohe Umsätze als Antifalten-Mittel erzielt.

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