
BRÜSSEL. „Offensichtlich ist irgendwo ein Fehler gemacht worden“, sagte der Sprecher von EU-Verbraucherkommissar John Dalli und verlangte Aufklärung: „Wir haben Vertreter des Unternehmens nach Brüssel einbestellt.“
Dabei weiß BASF auch noch keinen Rat. Es sei unklar, wie es zu der Vermischung kommen konnte, teilte der Konzern mit. Auf den betroffenen Feldern werde die von der EU zugelassene BASF-Genkartoffel „Amflora“ angebaut. Der Anteil der bei internen Qualitätskontrollen entdeckten Amadea-Pflanzen habe weniger als 0,01 Prozent betragen. Sämtliche Amadea-Pflanzen seien von den Feldern entfernt worden und nicht in die Produktion der Amflora-Kartoffeln gelangt, beschwichtigte BASF.
Kritiker fühlen sich bestätigt
Amflora wird auch auf Feldern in Mecklenburg-Vorpommern und in Tschechien angebaut. Dort habe man aber keine Vermischungen festgestellt, so BASF. Die Amadea-Kartoffel soll eines Tages Nachfolgerin von Amflora werden. Der Konzern hatte erst jüngst die Zulassung in Brüssel beantragt. Während Amflora nicht für den Verzehr gedacht ist, prüft BASF bei Amadea, ob diese als Nahrungsmittel zum Einsatz kommen könnte. Mit einer Markteinführung hatte das Unternehmen frühestens 2013 gerechnet.
Gentechnikgegner fühlen sich angesichts des Vorfalls in ihrer Kritik bestärkt. Sie warnen seit Jahren davor, dass manipulierte Pflanzen versehentlich in den Kreislauf normaler Pflanzen gelangen könnten – mit unabsehbaren Folgen für Mensch und Umwelt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kommentierte die Panne entsprechend süffisant: „Für BASF ist das ziemlich peinlich.“