Amadeus und Sabre
Fluglinien wehren sich gegen System-Gebühr

Zwischen Fluggesellschaften und Betreibern globaler Reservierungssysteme (GDS) tobt ein heftiger Streit. Hintergrund der Auseinandersetzung ist der Trend zur Reisebuchung via Internet, der sich zu einer ernsten Bedrohung für etablierte Systemanbieter entwickelt.

FRANKFURT. In der Reisebranche tobt ein heftiger Streit zwischen Fluggesellschaften und Betreibern globaler Reservierungssysteme (GDS). Der weltgrößte Luftfahrtverbund Star Alliance hat seine 18 Mitglieder aufgefordert, die jüngste Kooperation der GDS-Schwergewichte Amadeus und Sabre rechtlich prüfen zu lassen: Die hatten kürzlich vereinbart, sich untereinander Flugangebote zur Verfügung zu stellen, sollten sie in einem der Systeme nicht mehr buchbar sein.

Die Star Alliance zeige sich überrascht, dass zwei der vier weltgrößten Systembetreiber in einem Markt zusammenarbeiten dürften, „dem es ohnehin bereits an echtem Wettbewerb mangelt“, sagte deren Chef Jan Albrecht. Der Vertriebsvorstand der größten US-Fluglinie American Airlines, David Cush, hatte öffentlich von einem „Kartell“ zwischen Amadeus und Sabre gesprochen. Eine Amadeus-Sprecherin sagte gestern dem Handelsblatt, man habe die Vereinbarung sorgfältig geprüft und sehe darin „eine Schutzmaßnahme für unsere Kunden“ bei Systemausfällen.

Hintergrund des Streits ist der Trend zur Reisebuchung via Internet, der sich zu einer ernsten Bedrohung für etablierte Systemanbieter entwickelt. Nach fetten Jahren, in denen Amadeus, Sabre und Galileo den touristischen Markt dominierten und auf operative Renditen von mehr als 20 Prozent kamen, gerät das Oligopol der IT-Dienstleister zunehmend unter Druck. Das liegt vor allem an Billigfliegern, die auf den Direktvertrieb im Internet setzen und damit nicht nur Reisebüro-Provisionen umgehen, sondern auch die Gebühren der GDS-Anbieter.

Diesem Trend folgend sind auch klassische Fluglinien nicht mehr bereit, durchschnittlich zwölf Dollar Gebühr pro Ticket an Amadeus & Co. zu zahlen. Inzwischen drängen alternative Anbieter wie G2 Switchworks, ITA Software oder Lufthansa Systems auf den Markt, die mit einer leistungsfähigen Software und deutlich günstigeren Konditionen locken.

Seite 1:

Fluglinien wehren sich gegen System-Gebühr

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%