Ambitioniertes Wachstumsziel
General Electric peilt rasanten Wachstumskurs an

Der US-Konzern General Electric (GE) setzt auf schnelles, aggressives Wachstum. Den Aktionären verspricht er eine rosige Zukunft deutlich über der Entwicklung der Weltwirtschaft. „Ein organisches Wachstum von acht bis zehn Prozent jedes Jahr können wir schaffen“, sagte GE-Chef Jeffrey Immelt dem Handelsblatt. Damit würde das Unternehmen Wettbewerber wie Siemens deutlich hinter sich lassen.

GE habe sich bei seinen Aktivitäten auf Unternehmensbereiche mit großen Potenzialen konzentriert, begründete Immelt seinen Optimismus. Wachsen will er bei Bedarf auch durch Übernahmen. „Jederzeit sind Akquisitionen möglich“, unterstrich der Manager. GE gibt pro Jahr bis zu fünf Mrd. Dollar für Zukäufe aus. In Deutschland will GE den Konkurrenten Siemens weiter unter Druck setzen. Immelt: „Gerade in der Medizintechnik sehen wir hier riesige Möglichkeiten für uns.“ Die Amerikaner erzielten in Deutschland zuletzt einen Jahresumsatz von rund neun Mrd. Euro.

Wie ambitioniert das Wachstumsziel von GE ist, verdeutlichte der Konzernchef mit seiner Einschätzung des globalen jährlichen Wirtschaftswachstums. Das sieht er im Schnitt bei lediglich drei Prozent. Der Münchener Rivale Siemens ist bei seinen Zukunftsprognosen deutlich zurückhaltender. Der Technologiekonzern koppelt das eigene Wachstumsziel an den Zustand der Weltwirtschaft. Siemens wolle jedes Jahr doppelt so stark wachsen wie das globale Bruttosozialprodukt, hatte Vorstandschef Klaus Kleinfeld als Ziel vorgegeben.

Nicht nur bei den Prognosen, sondern auch im tatsächlichen Geschäft hat GE den langjährigen Konkurrenten Siemens abgehängt. Besonders deutlich zeigt das die gegenwärtige Marktkapitalisierung: GE kommt derzeit auf einen Börsenwert von rund 360 Mrd. Dollar (300 Mrd. Euro). Weltweit ist nur der Ölkonzern Exxon mehr wert. Siemens kommt dagegen auf etwa 54 Mrd. Euro. In München ist dabei klar, dass der amerikanische Konkurrent in mancherlei Hinsicht in einer anderen Liga spielt: „Ein Grund dafür liegt sicherlich darin, dass unsere Profitabilität geringer ist als die anderer Unternehmen“, beklagte Siemens-Vorstand Jürgen Radomski in der Mitarbeiterzeitschrift „Siemenswelt“ .

Das belegen erneut auch die jüngsten Bilanzzahlen: GE kam im dritten Quartal (30. September) auf eine Umsatzrendite – der Nettogewinn im Vergleich zum Umsatz – von elf Prozent. Siemens hingegen musste sich im dritten Quartal des Geschäftsjahrs (30. Juni) mit mageren zwei Prozent zufrieden geben. Auch vom Umsatz her trennen die beiden Konzerne Welten: GE kam im dritten Quartal auf umgerechnet knapp 35 Mrd. Euro, Siemens im Quartal davor nur auf 19 Mrd. Euro.

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