Amer Sports kauft Wintersportsparte
Adidas gibt Salomon wieder ab

Europas größter Sportartikel-Hersteller Adidas-Salomon trennt sich von seiner schwächelnden Wintersportsparte Salomon. Die finnische Firma Amer Sports übernimmt den Geschäftsbereich, dies teilte der Herzogenauracher Konzern am Montag mit.

HB HERZOGENAURACH. Die Transaktion werde mit 485 Mill. € bewertet und solle bis Ende September abgeschlossen sein. Der endgültige Kaufpreis in bar werde angepasst, um Veränderungen des eingesetzten Kapitals zu berücksichtigen. Ferner würden Adidas-Salomon und Amer Kooperationsvereinbarungen abschließen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Der Verkauf bedürfe noch der Zustimmung der Kartellbehörden, teilte Adidas weiter mit.

Kurz nach der Verkaufsankündigung hat Adidas seine Gewinnprognose für 2005 erhöht. „Wir werden 2005 den Nettogewinn um mindestens 20 Prozent steigern“, sagte Adidas-Chef Herbert Hainer. Die operativen Margen würden sich durch den Salomon-Verkauf verbessern, sagte Hainer. Am Morgen bei der vorstellung der zahlen für das erste Quartal hatte Adidas noch davon gesprochen, einen Gewinn am oberen Ende der Spanne von 10 bis 15 Prozent zu erwarten.

Die überraschende Ankündigung des Salomon-Verkaufs trieb die Adidas-Aktien weiter ins Plus: Bis zum Mittag stiegen sie 6,4 % auf 128 €. Am Morgen hatte Adidas über den Erwartungen liegende Zahlen für das erste Quartal bekannt gegeben. „Der Kaufpreis sieht auf den ersten Blick gut aus“, sagte Jörg Frey, Analyst bei Sal. Oppenheim. „Die Frage ist die Mittelverwendung, da Adidas eigentlich kein Problem auf der Finanzseite hat.“

Adidas gibt mit Salomon nun rund zehn Prozent des Umsatzes ab. Der Umsatz war jedoch seit längerem rückläufig. 2004 lag er bei 653 Mill. €. Das Betriebsergebnis betrug lediglich neun Mill. €, während der Gesamtkonzern einem Umsatz von 6,5 Mrd. € und einen Überschuss von 314 Mill. € auswies. Ende 2004 hatte Adidas ein Restrukturierungsprogramm angekündigt, um die Sparte profitabler zu machen. In den nächsten zwei Jahren sollten in Frankreich 160 von 1700 Stellen abgebaut und einen großer Teil der Produktion nach China und Rumänien verlagert werden. Zu Salomon zählen auch die Marken Mavic, Bonfire, ArcTeryx und Cliché.

„Salomon war ein bedeutendes Mitglied unseres Konzerns“, sagte Adidas-Chef Herbert Hainer. Man habe sich aber entschieden, sich noch mehr auf die Kernkompetenzen Sportschuhe und Bekleidung sowie auf die wachsende Golfkategorie zu konzentrieren. „Salomons Produktpalette passt perfekt in unsere eigenes Portfolio“, sagte Amer-Chef Roger Talermo. Salomon eröffne seinem Unternehmen enormes neues Potenzial. Amer Sports gehört zu den größten Sportartikelherstellern der Welt und vertreibt unter anderem die Marken Atomic und Wilson. Amer zählt den Angaben zufolge mit 4000 Mitarbeitern zu den führenden Anbietern von Sportausrüstung mit Marken wie Wilson, Atomic, Suunto und Precor. Der Umsatz lag 2004 bei 1,03 Mrd. €, der Gewinn vor Zinsen und Steuern bei 100,5 Mill. €.

Adidas hatte die französische Salomon-Gruppe 1997 für umgerechnet rund 1,2 Mrd. € erworben und war damit zum weltweit zweitgrößten Sportartikel-Hersteller aufgestiegen. Das Adidas-Sortiment wurde vor allem um Wintersport und Golf-Marken erweitert, der Konzernname wurde in Adidas-Salomon geändert. Nun soll das im bayerischen Herzogenaurach ansässige Unternehmen wieder in Adidas AG umbenannt werden.

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