Amgen, Biogen, Gilead

Der Boom der Biotech-Firmen

Große Biotechfirmen in den USA stehen für Milliardenumsätze und modernste Therapien. In Deutschland dagegen fristen viele Biotechs noch ein Hinterhofdasein – ihnen fehlt es an risikobereiten Geldgebern.
Die Branche fristet in Deutschland ein Nischendasein. Quelle: Reuters
Biotech

Die Branche fristet in Deutschland ein Nischendasein.

(Foto: Reuters)

Frankfurt/MainEigentlich könnte es nicht besser laufen: In der Biotechbranche geht es schon lange nicht mehr nur um Ideen – jahrelange Forschung und handfeste Ergebnisse haben einstige Hoffnungsträger in Umsatzbringer verwandelt. Aber während in den USA Unternehmen wie Amgen und Gilead in den vergangenen Jahren in die Liga von „Big Pharma“ aufstiegen, gehören die erfolgreichen Biotechs in Deutschland zu den Ausnahmen. Viele Firmen haben nach wie vor Not, Geld für ihre Ideen aufzubringen, obwohl Investoren weltweit nach aussichtsreichen Anlagemöglichkeiten suchen.

In Europa wagten in den vergangenen zwei Jahren je 33 Biotech-Firmen den Gang aufs Börsenparkett – nur drei davon waren aber deutsche Unternehmen. Die schwäbische Diagnostikfirma Curetis und der Alzheimer-Spezialist Probiodrug aus Halle/Saale suchten sich die Euronext in Amsterdam und der Heidelberger Krebsspezialist Affimed die Nasdaq in New York als Börsenplätze aus, um Geld bei Investoren einzusammeln. Dort gibt es die meisten Biotech-Firmen.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

„Die Euronext ist für Biotech zu einem führenden Segment in Europa geworden“, sagt Hendrik Liebers, Finanzchef von Probiodrug. Dort habe sich ein Ökosystem entwickelt aus Banken, die sich in dem Bereich stark aufgestellt haben, aus Analysten, Biotechnologiefirmen, Kapitalmarktdienstleistern, Beratern und Investoren. Und wo es einmal gut läuft, da ziehe es auch andere hin, sagt Liebers. „Erfolgsgeschichten machen Märkte.“

Dass sich etwa in Frankfurt vergleichsweise wenig in Sachen Biotech tut, liegt laut Siegfried Bialojan vom Beratungsunternehmen Ernst & Young an der Risikoscheue bei Aktieninvestments. In der deutschen Kultur stünden in der Unternehmensfinanzierung vielmehr Kredite ganz oben. Biajolan schlägt vor, die Besteuerung von Gewinnen aus Risikoinvestments günstiger aus- oder sogar ganz wegfallen zu lassen. Diese Steuern seien ohnehin erst zu zahlen, wenn ein Gewinn anfalle.

Zuspruch bekommt er von Ex-Bayer-Chef Marijn Dekkers. Damit die Branche innovativer werden könne, müssten sich die externen Finanzierungsbedingungen für Innovation verbessern, sagte Dekkers vor kurzem. „Zum Beispiel brauchen wir (...) in Deutschland ein Wagniskapitalgesetz, damit junge Unternehmen leichter an Startkapital herankommen.“

„Brain drain“ in Deutschland
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