AMI in Leipzig
Autobauer entdecken die Liebe zur Umwelt

Deutsche Autobauer können auch umweltfreundlich. Bisher hatten sie alle Hände voll zu tun, sich dem Vorwurf zu erwehren, den Umwelttrend verschlafen zu haben. Nun kontern Volkswagen und Co auf der Automesse AMI in Leipzig mit einer Technologieoffensive.

HB LEIPZIG. Deutsche Autobauer starten auf der Automesse AMI in Leipzig mit einer Technologieoffensive: Erdgas, Wasserstoff, Elektro - einzeln oder als Hybridantrieb. Doch die ausländische Konkurrenz schläft nicht und prescht mit neuen Generationen etablierter Technologien nach vorn.

„CO2-Ausstoß deutlich reduziert.“ Und: „Der Umwelt zu Liebe“ könnten die Botschaften dieser Automobil International Messe werden. Die Experten von Dekra und Tüv bremsen den Umweltjubel: „Gut, aber noch lange nicht gut genug“, lautet das Urteil der Sachverständigen über das bisher Erreichte. Vor allem das Kochen eigener Süppchen der einzelnen Autobauer verhindere bisher den großen Wurf einer Branche zu Gunsten einer gemeinsamen Umwelt. „Was wir brauchen, ist die Kombination vorhandener Technologien: Hybridantrieb, Start-Stopp- Automatik, Reifendruckkontrolle, Satellitengestützte Navigation“, fordert Dekra-Chef Clemens Klinke.

Dass Kooperation funktionieren kann, zeigt der Trägerkreis Erdgasfahrzeuge. Fiat, Opel, Ford und Volkswagen präsentieren gemeinsam ihre neuesten Erungenschaften in punkto Erdgasantrieb. Der mit Erdgas- und vollwertigem Benzinantrieb ausgestattete Ford Focus CNG ist eine von zwei Weltpremieren bei der AMI. Im Boot der Autobauer ist hier auch die Gaswirtschaft, die mit dem Ausbau des Tankstellennetzes die Attraktivität der Technologie fördern will. Der von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) angeregte Klimapass stößt in der Branche aber auf Zurückhaltung. Politische Lösungen wie Tempolimits und CO2-Grenzen lehnt auch der TÜV Süd ab. Stattdessen sollten technische Lösungen wie Rückgewinnung von Bremsenergie und neue Antriebe wie Hybrid oder Erdgas noch stärker vorangetrieben werden, sagte Vorstandschef Peter Hupfer.

Und so bewerben eher für Fahrspaß als für Umweltfreundlichkeit bekannte Hersteller wie Audi mit dem A3 und BMW mit dem 118d ihre leistungsstarken Wagen mit CO2-Werten um rund 120 Gramm pro Kilometer - dem von der EU-Kommission angestrebten Grenzwert. Doch daneben stehen eben auch der BMW M5 Touring mit 507 PS mit „High-Performance- Qualitäten“ oder der Audi Q7 mit 326 PS mit „lediglich 11,1 Litern Diesel auf 100 Kilometer Fahrstrecke“. Hier rücken Verbrauch und CO2- Ausstoß weit in den Hintergrund.

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