Analyse
Auto-Krieg zwischen USA und Japan

Nach langem Zögern wird die US-Regierung den drei größten amerikanischen Autoherstellern Milliarden von Steuergeldern zur Verfügung stellen. Mit den Japanern konkurrenzfähig wird sie das nicht machen. Denn die Schwäche von GM gegenüber Toyota, um es auf die beiden Marktführer zu reduzieren, sind nicht mit Geld zu heilen. Sie ist in der Firmenkultur verankert.

Nach langem Zögern wird die US-Regierung den drei größten amerikanischen Autoherstellern Milliarden von Steuergeldern zur Verfügung stellen. Mit den Japanern konkurrenzfähig wird sie das nicht machen. Denn die Schwäche von GM gegenüber Toyota, um es auf die beiden Marktführer zu reduzieren, sind nicht mit Geld zu heilen. Sie ist in der Firmenkultur verankert.

Die Amerikaner schieben einen Teil ihrer Misere auf Asiens Fahrzeughersteller, die Amerika unfair mit Produkten überschwemmt hätten, während deren Heimatmärkte abgeschottet seien. Der Marktzugang in Japan ist aus verschiedenen Gründen nicht ganz einfach. Umgekehrt konnte jedoch niemand einen Amerikaner zwingen, sich einen Toyota oder Honda anzuschaffen. Die US-Kunden haben das freiwillig getan - wegen der besseren Qualität und der besseren Technik zu gleichem Preis.

Die Japaner haben ihr Geld sinnvoll investiert, es in die Entwicklung immer umweltfrendlichere und langlebigere Autos gesteckt. Und sie haben sich auf schlechte Zeiten vorbereitet, und denen auch Toyota leidet: Statt 8,9 Millionen wie in 2007 wird der Konzern 2008 wohl nur 8,2 Millionen Autos verkaufen. Aber er verfügt heute über reichlich Barreserven und hat mit seinem hohen Etat für Forschung und Entwicklung auch kurzfristige Sparmöglichkeiten.

Die Japaner haben unter dem Strich schlicht besser gewirtschaftet. Es war keine hinterhältige Zollpolitik der japanischen Regierung, die ihnen das ermöglicht hat, sondern gute Organisation. Toyota hatte der US-Konkurrenz immer zwei Dinge voraus: im Großen eine sehr langfristige Strategie und im Kleinen eine Faszination für Details. Die kleinen Details summieren sich zu Kostenvorteilen und guter Qualität.

Das Unternehmen hat die Einstellung kultiviert, jedes einzelne Auto mit der gleichen Sorgfalt herzustellen, immer exakt nach dem gleichen Verfahren, um Fehler zu eliminieren. Dieses Erbe aus dem kleinteilig organisierten japanischen Inselreich wird in einer Zeit der Ressourcenknappheit zum Standortvorteil. Bereits aus dem Ölschock in den 70er-Jahren zog Toyota die Lehre, spritsparende Autos zu entwickeln. Deshalb war das Unternehmen 1997 als erstes mit einem Hybrid auf dem Markt. Ein Wasserstoffauto ist schon weitgehend fertig und im Praxistest.

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