Analyse
Der Leopard im Tank

In Europa wird eine Konsolidierung der Rüstungsbranche erwartet. Welche Rolle das Münchner Familienunternehmen Krauss-Maffei Wegmann dabei spielen wird, ist momentan noch ungewiss.

Beinahe unbemerkt ging Anfang der Woche ein in der Vergangenheit höchst umstrittenes Rüstungsgeschäft über die Bühne: Deutschland verkauft der Türkei 298 gebrauchte Leopard-Kampfpanzer. Von den rund 360 Millionen Euro, die das Geschäft der Bundesregierung einbringt, dürfte das Gros an die Industrie fließen - und damit auch an den Münchner Heeresausrüster Krauss-Maffei Wegmann (KMW), den Konstrukteur des Leoparden. Die in Deutschland eingemotteten Panzer brauchen schließlich Wartung und Inspektion.

Still und unbemerkt hat sich das Münchner Familienunternehmen, an dem auch Siemens beteiligt ist, in den Jahren nach dem Ende des Kalten Kriegs modernisiert. Der weltweite Trend weg von der großen Panzerschlacht und hin zur Jagd auf Terroristen erfordert neue Fahrzeuge – leichter und wendiger, aber trotzdem sicher genug für eine Patrouillenfahrt durch Bagdad. Die Schlagworte Dienstleistung und Vernetzung haben mittlerweile auch in der sperrigen Heeresindustrie einen Klang. KMW hat seine Produktpalette erweitert, die Auftragsbücher sind voll, und nach Jahren des Schrumpfens stellt das Unternehmen inzwischen kontinuierlich wieder neue Mitarbeiter ein.

Die Panzerlieferung an die Türkei zeigt, dass die Nachfrage nach deutscher Heerestechnologie in Zukunft nicht abreißt. Ist das Nato-Land erst auf einem guten Weg in die EU, dürften auch die letzten politischen Bedenken über Waffenlieferungen verschwinden und der alte Leo zum Türöffner für neue KMW-Produkte werden. Das Unternehmen ist bereits in den vergangenen Jahren dem Trend der Branche gefolgt: Wegen des knappen deutschen Wehretats suchen die Firmen ihr Heil im Export.

Seite 1:

Der Leopard im Tank

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%