Analyse
General Motors: Ein Schritt vor, drei Schritte zurück

Für General Motors, den größten Autokonzern der Welt, kommt derzeit auf eine gute Nachricht gleich ein ganzes Bündel schlechter. Das Management unter Rick Wagoner steuert den schleudernden Riesen nicht mehr, sondern tritt gleichzeitig auf Gas und Bremse in der Hoffnung, den Sturz in den Abgrund zu vermeiden.

Händler von Finanzderivaten fordern für GM-Kontrakte bereits Vorauszahlungen – ein für Pleitekandidaten übliches Verfahren. Dabei schließt Wagoner weiter kategorisch aus, dass GM seiner ehemaligen Zuliefertochter Delphi in die Insolvenz folgen könnte.

Die Erleichterung in der GM-Zentrale über die Zustimmung der Gewerkschaften zur Neuverteilung der Krankenversicherungskosten währte nur kurz. Inmitten einer weiteren Abstufung der Bonität, dem billigsten Aktienkurs und dem niedrigsten Marktanteil in den USA seit 25 Jahren sowie peinlichen Bilanzierungspannen fallen gute Nachrichten kaum noch ins Gewicht. Denn trotz aller Schwüre gewährt GM schon wieder großzügige Rabatte. Um am Leben zu bleiben, muss der Riese seine Autos verkaufen, koste es, was es wolle.

Mit drastischen Kostensenkungen gewinnt man keine Popularitätspreise, erst recht nicht bei den Gewerkschaften . Wie drastisch sie ausfallen müssten, macht Delphi-Chef Robert Miller vor. Er will zahlreiche Werke schließen und die Löhne um mehr als die Hälfte kürzen. Miller riskiert damit einen Streik und setzt zugleich seinen Hauptkunden GM unter Druck. Ohne Autoteile von Delphi stehen bei GM die Bänder still. Analysten haben errechnet, dass das Liquiditätspolster von 19 Milliarden Dollar in zehn Wochen aufgebraucht wäre.

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