Analyse Reitzle peitscht Linde zu Höchstleistungen

Seite 3 von 3:
Linde kauft zu

Eine Verbesserung der Produktivität ist notwendig, will Reitzle die Mittelfristziele erreichen, die er sich für seine dritte Amtszeit gesetzt hat. Ziel ist ein operatives Ergebnis von vier Milliarden Euro im Jahr 2014. Selbst wenn man von einem jährlichen organischen Umsatzwachstum von sieben Prozent ausgeht, würde Linde dieses Ziel bei gleichbleibenden Margen um 300 Millionen Euro verfehlen

Ein weiterer Schritt, um die Ziele zu erreichen, könnten Zukäufe sein. Nach einer Atempause wagt sich Linde inzwischen wieder vorsichtig an Akquisitionen heran. Anfang des Jahres kündigte Reitzle den Kauf des Homecare-Geschäfts des Rivalen Air Products in Kontinentaleuropa an. Damit bauen die Münchener das wachsende Geschäft mit medizinischen Gasen für die Behandlung außerhalb von Krankenhäusern aus.

Bislang machte Linde mit seiner Homecare-Sparte etwa 280 Millionen Euro Umsatz, nach dem Zukauf wird es eine halbe Milliarde Euro sein. Der Kaufpreis von 590 Millionen Euro sieht auf den ersten Blick nicht nach einem Schnäppchen aus. Linde zahlt deutlich mehr als den doppelten Umsatz.

Doch Reitzle verweist darauf, dass die Air-Products-Einheit hochprofitabel ist - die Margen sind höher als die der Linde-Gasesparte, die zuletzt auf eine Umsatzrendite vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von gut 27 Prozent kam. Laut Industriekreisen macht der Kaufpreis weniger als das Zehnfache des operativen Ergebnisses (Ebitda) aus - und liegt damit im branchenüblichen Rahmen. Zum Vergleich: Für BOC hatte Linde einst 10,8-mal das Ebitda bezahlt.

Was Reitzle verdient, ist für den Vorstandschef dabei anscheinend unwichtig. Warum er 2011 etwas weniger verdient hat als im Vorjahr? Oh, das sei ihm gar nicht aufgefallen, sagt Reitzle und blättert im Geschäftsbericht nach. Und dann wendet er sich einem anderen Thema zu, zu dem er eigentlich gar nicht viel sagen will: der Frauenquote, die er sehr skeptisch sieht. Und schon redet er sich wieder ein wenig in Rage. Wolfgang Reitzle hat sein Feuer noch nicht verloren.

Mitarbeit: Christoph Schlautmann

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Analyse - Reitzle peitscht Linde zu Höchstleistungen

0 Kommentare zu "Analyse: Reitzle peitscht Linde zu Höchstleistungen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%