Analyse
Schattengefechte bei VW

Die Schlacht ist geschlagen, nun kommt es darauf an, wie die Beute verteilt wird. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wird nach dem Einstieg bei VW Einfluss auf, wenn nicht gar die Kontrolle über VW fordern.

Die Schlacht ist geschlagen, nun kommt es darauf an, wie die Beute verteilt wird. Dem VW-Konzern bietet der Einstieg von Porsche zumindest die Gewähr, sich künftig mehr auf das operative Geschäft konzentrieren zu können und sich nicht weiter mit möglichen feindlichen Übernahmeattacken herumschlagen zu müssen.

Wie groß diese Gefahr war, zeigt die Tatsache, dass Porsche seinen Anteil von 18,5 Prozent ohne Probleme innerhalb weniger Tage am Markt zusammenkaufen konnte. Der VW-Kurs ist zwar gestiegen, doch nicht in einem Maße, das von einer sehr großen Loyalität eines großen Teils der Aktionäre zeugt.

Eigentlich müsste beim Wolfsburger Management eitel Freude über Porsches Einstieg herrschen. Doch fernab der gängigen Formel, dass stabile Aktionärsstrukturen begrüßt werden, hält sich der Jubel in extrem engen Grenzen.

Der Grund liegt auf der Hand: Das VW-Management und auch Teile des Aufsichtsrats, insbesondere der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff, hatten von einer Überkreuzbeteiligung mit Daimler-Chrysler geträumt. Ein solcher Akt auf Gegenseitigkeit wäre einer Nicht-Einmischungserklärung gleichgekommen. Niedersachsen wäre der maßgebliche Aktionär geblieben, das Management in seinen Entscheidungen völlig frei.

Der Einstieg von Porsche dagegen ist ein einseitiger, wenn auch – wie betont wird – freundlicher Akt. Doch kein verantwortungsvolles Management dieser Welt gibt drei Milliarden Euro aus, ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. Und die heißt in diesem Fall: Zumindest Einfluss auf, wenn nicht gar Kontrolle über VW.

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