Analyse zu Tesla

Warum Elon Musk unbegrenztes Vertrauen genießt

Tesla, das ist keine Aktie. Tesla ist eine Hoffnung, eine Vision. Und wie das so ist mit Visionen, muss man weit vorausschauen, fest an den Erfolg glauben – und die etwas hässliche Gegenwart großzügig übersehen.
19 Kommentare

Tesla enttäuscht Anleger durch rote Zahlen

Tesla enttäuscht Anleger durch rote Zahlen

San FranciscoDie hässliche Gegenwart, das sind im Fall des Elektroauto-Herstellers Tesla die Zahlen zum zweiten Quartal 2015. Da ist ein auf 184 Millionen Dollar fast verdreifachter Nettoverlust vor dem Hintergrund hoher Investitionen in neue Modelle und eine riesige Batteriefabrik in der Wüste von Nevada. Dazu kommt die überraschende Nachricht einer Kürzung der Jahresprognose für verkaufte Fahrzeuge um bis zu 5000 Stück.

Waren es bislang 55.000 Stück, die bis zum Jahresende bei den Kunden in der Garage stehen sollten, werden es jetzt „50.000 bis 55.000“ sein, wie Vorstandschef und Mitgründer Elon Musk den Aktionären schonend beibringen wollte. Der Grund: Er arbeite an einer langfristigen Erfolgsstory, stellt Musk klar, nicht an der Erfüllung von Quartalszahlen.

Einem Elon Musk nehmen seine Bewunderer das nicht übel. Er hat noch immer unbegrenzten Vertrauensvorschuss. Denn es gibt zwei Dinge, die man in den USA niemals machen sollte: Einen Autohersteller gründen oder eine Weltraumfirma. Und Musk hat beides gemacht und bislang damit überlebt.

Da lassen die Aktionäre auch mal fünfe gerade sein. Im Februar hatte der Ausnahmeunternehmer gegenüber Analysten noch vollmundig erklärt, selbst wenn die „Verkäufe in China Null wären“, dann sei „immer noch zuversichtlich“ das Ziel von 55.000 Auslieferungen in 2015 zu schaffen. Nun ist es halt doch weniger. Im zweiten Quartal wurden rund 11.500 Autos verkauft, im laufenden sollen es ebenso viele werden. An der Wall Street hielt sich der Verlust am Mittwoch nachbörslich trotzdem in Grenzen. Es ging um 5,6 Prozent abwärts auf immer noch 255 Dollar und einer Börsenbewertung von rund 30 Milliarden Dollar. Würden solche prozentualen Korrekturen bei Apple und dem iPhone passieren – an der Börse wäre der Teufel los.

Doch nicht bei Tesla. Denn eigentlich ist selbst die Produktionskürzung eine positive Meldung, macht Musk klar. „Spät im dritten Quartal“ wird endlich die Einführung des Model X erfolgen, des SUV mit den Flügeltüren, das „am schwersten zu bauende Auto der Welt“, wie er es selbst einschätzt. Deshalb könne es Probleme bis ins vierte Quartal geben, zumal die Fertigungslinien zur Vorbereitung eine Woche lang stillgelegt werden müssen.

„Wir wollen nur erstklassige Autos produzieren“, ist das Credo. Geht alles glatt, rechnet der Visionär vor, der auch ein unterirdisches Passagierbeförderungssystem zwischen San Francisco und Los Angeles installieren will, dann werde der Absatz beider Modelle zusammen 2016 zwischen 83.000 und 93.000 Fahrzeugen liegen. Gelingt dann noch die Einführung eins geplanten Billigmodells für unter 35.000 Dollar, ist sein Ziel für 2020 in Sicht: 500.000 Autos pro Jahr.

Tesla als Uber-Killer? Die Legende lebt!
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Analyse zu Tesla - Warum Elon Musk unbegrenztes Vertrauen genießt

19 Kommentare zu "Analyse zu Tesla: Warum Elon Musk unbegrenztes Vertrauen genießt"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Na, da wünsch ich gutes Gelingen!

    Wenn dem so wäre, würde ich mal so ein Perpetuum mobile vorbestellen zum Preis eines Model S.
    :)

  • Wussten Sie dass vor 100Jahren der Physiker Nikola Tesla damals unbekannte kosmische Strahlungen mit charakteristischen Neutrino-Eigenschaften energietechnisch genutzt hatte? ¨N-Cell¨, der Prototyp der Neutrino-Zelle zur Nutzung der Neutrino-Energie wurde jetzt entwickelt von Wissenschaftlern der Berliner Neutrino Inc. - die Revolution der zukunftsweisenden Energienutzung ist eingeleitet. Es wird neben der Marke Tesla noch weitere spannende Brands wie ua. Neutrino-Car mit einer solaren Neutrino-CarBattery mit Reichweite bis zu 2.000km geben. Wie auch immer die Dinge heissen oder benannt werden - Neutrino-Energy ist im Kommen.

  • Zu recht genießt er Vertrauen.

    Es ist auch wichtig, Ziele hoch zu stecken.

    Ob paar Tausend Stück mehr oder weniger ist egal, es geht um ein langfristige Projekt.

    Finanziell mach ich mir keine Sorgen, das Geld ist gut investiert.

    Das Produkt überzeugt und hat jeden in meinem Umfeld überzeugt. Die Nachfrage ist so gross, das Wartezeiten von 4 Monaten entstehen.

    Und außerdem ist Tesla konkurrenzlos. Die elektrischen Rohrkrepierer, die sonst so am Markt sind, werden Tesla nicht wirklich gefähren.

    Sie produzieren ein Top-Modell, laden das Markenimage auf und dann kommt das für alle leistbare Modell. Wer wird 2016 noch ein BMW i3 kaufen, der mehr kostet und nix kann, wenn er ein Model 3 günstiger oder gleich teuer bestellen kann? Niemand? Niemand!

  • E-Autos müssen 2 Dinge erflühlen
    1. Prise pro KM muss mind. genau so viel wie ein benziener/diesel kosten.
    2. Strom muss in einem Land mind von 70% von kein Atom/Fossiel/Kohle/etc...

    DANNNN läuft. Aber nur zu, ist ja nicht mein Geld :-)

  • "Der größte Unfug, da von der Physik her am ungünstigsten, ist es Strom, in die Nähe des Verbrauchsortes zu leiten und dort in einem stundenlangen Prozess in chemisches Energiepotential in einem Akku zu wandeln und diesen Akku unter enormen Aufwand dahin zu transprtieren wo man Strom braucht."

    Schön und gut aber ihre uralte favorisierte Induktionstechnik ist erstens flächendeckend annähernd unbezahlbar und ich wette, auch viel zu anfällig. So viel Geld hat nicht einmal unser menschenverachtender Ausbeuterstaat auf den Sie hoffen. Zudem kenne ich Induktionsschaltungen von Ampeln und da gibt es sehr oft Probleme. Sie werden jetzt sicher behaupten, dass Ihr System sicher sei, falls Sie das tun wollen, dann bitte mit technischen Argumenten und keinem Ökogeschwurbel! Denn mit den Windrädern schadet man beispielsweise der Natur mehr als dass man ihr hilft! Es ist reine Ideologie vom ebenso menschenverachtenden wie hochgradig inkompetenten Ausbeuterstaat, die Förderung nicht endlich zu kappen.

  • Die markanteste Eigenschaft von Strom ist es, dass Verbrauch und Erzeugung in der gleichen Sekunde passieren. Diese physikalische Gesetzmäßigkeit ist aber fast niemandem bewußt. Tatsächlich wird aber weltweit 99,99% alles gebrauchten Stroms in der gleichen Sekunde erzeugt. Dies ist auch bei allen Autos der Fall. Was ein üblicher Akku vorhält ist minimal. Der Strom für Scheibenwischer, Beleuchtung, Fensterheber usw. wird an Bord in der gleichen Sekunde des Verbrauchs erzeugt.

    Die elektromobile Zukunft wird von Allen dahingehend gesehen, dass der Radantrieb elektrisch erfolgen wird. Es bleibt also nur die Frage, woher kommt dieser Strom? Aus an Bord vorgehaltenem Energiepotential, (fossile Brennstoffe,
    Brennstoffzelle, oder Akku) oder aus dem Netz, d.h. Strom der irgendwo stationär erzeugt wird und in der gleichen Sekunde im Fahrzeug verfügbar ist. selbstverständliche Beispiele dafür sind ICE, U-Bahn, Drahtseilbahnen, Aufzüge usw.

    Der größte Unfug, da von der Physik her am ungünstigsten, ist es Strom, in die Nähe des Verbrauchsortes zu leiten und dort in einem stundenlangen Prozess in chemisches Energiepotential in einem Akku zu wandeln und diesen Akku unter enormen Aufwand dahin zu transprtieren wo man Strom braucht.

  • @Marcel Europaeer
    Träumen Sie mal weiter. Die Markt-Rahmenbediengung sprechen jedenfalls dagegen. Niedriger Ölpreis, zu lange Ladezeit bei den E-Autos und eine zu geringe Reichweit. Desweiteren sind die Autoverkaufszahlen bei Tesla rückläufig und bei BMW ist das E-Auto zum Ladenhüter geworden. Der Markt verlangte noch nie nach E-Autos, jedenfalls nicht in der Stückzahl, dass man daraus einen Mehrwert für eine Volkswirtschaft zustande bringen könnte. EE-Produkte bleiben Nischenprodukte und dazu gehört auch das E-Auto.
    Die Politik wird sich nicht ewig mit ihren EE-Subventionsgesetzen von der Realität des Marktes = Gesellschaft abschotten können.

  • --@ Herr Marcel Europaeer,

    Ich finde es schön, wenn Menschen ihre Träume haben. Die Welt der Tatsachen ist oft hart und (oberflächlich betrachtet) ungerecht. Tatsachen sind nur für die Menschen schön und schön, die sich wirklich mit den Sachen auskennen, über die sie gerade reden / schreiben.

    Früher gab es Menschen, die träumten davon, dass die "Tante Emma" Läden wieder kommen, andere träumen davon, dass die verschrotteten E-Fahrzeuge aus der Zeit vor dem 1. WK wieder kommen. Leider hat die fehlende Wirtschaftlichkeit die E-Fahrzeuge schon vor 100 Jahren scheitern lassen und so wird sich die Geschichte wiederholen.

    Danke für ihren humorvollen Beitrag und ihre Rückführung in die schöne alte Zeit, wo E-Fahrzeuge das städtische Bild geprägt haben.

  • @Joern Gebert
    BMW bleibt auf seinen E-Auto sitzen. Hierzu stand diese Woche erst ein Artikel im HB.
    Danke!

  • @Tom Bauer
    Neben dem EEG gibt es auch noch ein EnEV (Energieeinsparverordnung ober auch Gesetz).

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%