Analysten begrüßen Fusion der Telekommunikationssparten – Kein erneuter großer Personalabbau geplant
Neuer Siemens-Chef baut bereits um

Die erste wichtige Entscheidung hat der designierte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld schon getroffen. Der gebürtige Bremer, derzeit im Konzernvorstand noch zuständig für die Telekommunikationssparten, hat den Zusammenschluss der beiden Sparten Netzwerke (ICN) und Mobilfunk (ICM) beschlossen. „Das war sein Werk“, hieß es gestern aus Siemens-Kreisen.

HB cbu/jojo MÜNCHEN. Die Entscheidung wird von Analysten als größte Umstrukturierung seit der Abspaltung von Infineon und Epcos gewertet. Kleinfeld wird Ende Januar 2005 Heinrich von Pierer an der Konzernspitze beerben.

An der genauen Umsetzung der Fusion werde noch gearbeitet, sagte ein Siemens-Sprecher. Die Ergebnisse würden mit den Quartalszahlen am 29. Juli präsentiert. Zentrale Funktionen wie die Marketing- oder Presseabteilungen würden zusammengelegt. Auch im Vertrieb könnten sich Synergien ergeben. Es werde aber voraussichtlich kein neues Restrukturierungsprogramm mit einem deutlichen Personalabbau geben, betonte der Siemens- Sprecher.

Analysten begrüßten die Entscheidung einhellig. „Das ist sehr sinnvoll“, sagt Oppenheim-Experte Frank Rothauge. Die großen Telekommunikations-Kunden könnten nun aus einer Hand bedient werden. „Das bedeutet, dass nochmals deutlich Kosten eingespart werden können“, sagt Bear-Stearns-Analyst Axel Funhoff. In Analystenkreisen wird mit Synergien im oberen zweistelligen Millionenbereich gerechnet. Mit dem Zusammenschluss entsteht die mit Abstand größte Siemens-Sparte mit einem Jahresumsatz von über 17 Mrd. Euro, mehr als ein Fünftel des Konzernumsatzes, und rund 60 000 Beschäftigen.

Die beiden Sparten ICN und ICM haben harte Zeiten hinter sich. Wegen des Einbruchs der weltweiten Telekommunikationsmärkte rutschten die Geschäftsbereiche tief in die roten Zahlen. Der Umsatz ging in den Keller. Knapp 30 000 Mitarbeiter mussten bei ICN und ICM gehen. Die beiden Sanierer, Thomas Ganswindt (ICN) und Rudi Lamprecht (ICM), schafften 2003 endlich die Wende. Im abgelaufenen Quartal arbeiteten sowohl ICN und ICM wieder mit Gewinn.

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