Analysten bewerten Schritt positiv
Heidelberger Druck verschafft sich frisches Kapital

Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck nutzt die günstigen Bedingungen an den Kreditmärkten und beschafft sich mit einer Wandelanleihe rund 260 Millionen Euro frische Mittel.

HB FRANKFURT. „Die Transaktion erlaubt Heidelberg, von den attraktiven Bedingungen am Kapitalmarkt zu profitieren und seine Finanzierungsflexibilität zu erhöhen“, begründete Finanzvorstand Herbert Meyer am Mittwoch die erstmalige Begebung einer Anleihe seit dem Börsengang von Heidelberg. Die Fremdkapitalstruktur werde damit optimiert. Die Anleihe läuft über sieben Jahre. Mit Hilfe einer Mehrzuteilungsoption könne die Anleihe bis kommenden Montag um 20 Millionen Euro aufgestockt werden. Sie soll ausschließlich bei institutionellen Anlegern platziert werden. Organisiert wird die Wandelanleihe gemeinsam von JP Morgan und der Deutschen Bank.

Die Anleihe habe einen Kupon von 0,875 Prozent, ihre Rendite liege zwischen 2,625 bis 3,125 Prozent, die Wandlungsprämie bei 50 Prozent bis 55 Prozent. Eine Wandelanleihe kann in Aktien oder verzinst in bar zurückgezahlt werden. Die vorzeitige Kündigung der Heidelberg-Wandelanleihe durch den Emittenten ist frühestens nach vier Jahren möglich, aber nur, wenn die Aktie bis dahin auf 130 Prozent des Wandlungspreises gestiegen ist. Die Inhaber der Anleihe können nach fünf Jahren die Rückzahlung verlangen.

Die endgültige Rendite und die Wandlungsprämie sollen noch am Mittwoch bei der Preisfeststellung fixiert werden. Heidelberg will die Zulassung der Wandelanleihe an der Luxemburger Börse beantragen. Die Notierungsaufnahme sei für März 2005 vorgesehen.

Heidelberger Druck hat in den vergangenen zwei Jahren die tiefste Krise seiner Unternehmensgeschichte überstanden und am Dienstag nach dem Verkauf zweier Sparten für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2004/05 (zum 31. März) einen vervierfachten operativen Gewinn gemeldet.

Die Aktien von Heidelberger Druck büßten nach Ankündigung der Wandelanleihe trotz des erwarteten Verwässerungseffektes nur 0,2 Prozent auf 26,46 Euro ein. Michael Punzet, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz, hält die Transaktion langfristig für gut: „Insgesamt werten wir diesen Schritt positiv, da sich hierdurch die Zinslast verringert - auch wenn sich durch die Wandlung die Zahl der Aktien um rund 6,5 Millionen (bei aktuell 85,9 Millionen) erhöht und somit zu einer Verwässerung der Ergebnisse führt“, schrieb Punzet in einer Kurzstudie. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) stufte die Aktien auf „Halten“ von „Kaufen“ herunter. Die Aktie habe nur noch begrenztes Kurspotenzial.

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