Analysten erwarten Aufstockung der Offerte
MAN-Chef lässt sich nicht beirren

MAN-Chef Hakan Samuelsson rechnet trotz heftigen Gegenwinds mit einem Erfolg seines Übernahmeangebots an den schwedischen Lkw-Hersteller Scania. Der Scania-Vorstand und der schwedische Scania-Großaktionär Investor habe das Übernahmeangebot in einer ersten Reaktion zwar abgelehnt. Aber „ich bin sehr zuversichtlich, dass wir am Ende die notwendige Unterstützung haben werden“, sagte Samuelsson am Montag bei einer Pressekonferenz in Stockholm.

HB MÜNCHEN/STOCKHOLM. Zugleich deutete der MAN-Chef am Montag ein mögliches erstes Zugeständnis an. So hält er es für vorstellbar, dass sein Unternehmen sein Kaufangebot für den schwedischen Lkw-Hersteller auch dann weiter verfolgt, wenn der Kauf von 90 Prozent der Anteile nicht gelingt. „Wir könnten das ändern“, sagte MAN-Chef Hakan Samuelsson am Montag zu Journalisten auf die Frage, ob diese Annahmeschwelle verändert werden könnte. Auf die Frage, ob er ein höheres Angebot ausschließe, gab Samuelsson keine Stellungnahme ab.

Die MAN-Aktie verlor mehr als drei Prozent auf 61,95 Euro. Scania dagegen notierten in Stockholm 5,4 Prozent höher mit 448 Schwedischen Kronen, leicht über dem Angebot von 442 Kronen.

MAN habe nun sechs Wochen Zeit, den Aktionären und den Mitarbeitern von Scania die Vorteile der Fusion zum größten Lastwagenhersteller in Europa zu erklären, sagte Samuelsson. Dass ein deutsches ein schwedisches Unternehmen schlucke, sei die falsche Sicht: MAN wolle mit Scania zusammen „ein europäisches Unternehmen gründen“. Die Zentrale solle in München sein, aber als Europa-AG nach europäischem Recht arbeiten.

Für MAN wie für Scania sei es riskant, in einem härter werdenden Markt weiterhin allein zu arbeiten, sagte Samuelsson. Zusammen könnten sie bei Forschung, Entwicklung, Einkauf, Werkstätten- und Vertriebsnetz sowie beim Finanzdienst für Kunden rund 500 Mill. Euro jährlich sparen. MAN und Scania könnten eine gemeinsame Plattform für die nächste Lastwagen-Generation entwickeln und in Wachstumsmärkten wie China, in denen sie bislang schwach vertreten seien, zusammen ein dichteres Netz schaffen.

MAN und Scania sollten aber als unabhängige Einheiten und selbstständige Marken mit eigenen Fabriken erhalten bleiben. Es seien keine Schließungen geplant, betonte der MAN-Chef. Die fast 80 000 Arbeitsplätze würden sogar sicherer. Die Scania-Zentrale bleibe in Södertälje bei Stockholm. In die Konzernführung der Europa-AG in München würden auch Scania-Mitarbeiter einziehen.

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