Analysten fürchten negative Folgen für Yukos im Falle eines Scheiterns
Verwirrung um Fusionsgespräche von Yukos und Sibneft

Die Meldung eines Radiosenders vom Scheitern der Fusionsverhandlungen zwischen dem ins Visier der russischen Staatsanwaltschaft geratenen Ölkonzern Yukos und seinem Konkurrenten Sibneft hat heute für Verwirrung an den Märkten gesorgt. Die Verhandlungen seien gescheitert, hatte Radio Echo Moskau unter Berufung auf Kreise mit engen Kontakten zu den Fusionsverhandlungen berichtet. Yukos dementierte solche Meldungen umgehend.

HB MOSKAU. Dem Yukos-Management lägen keine derartigen Informationen der Großaktionäre vor, sagte ein Firmensprecher am Dienstag. Auch ein Yukos-Großaktionär betonte, die Gespräche liefen weiter. Zuvor hatte Radio Echo Moskau unter Berufung berichtet, der Zusammenschluss sei endgültig abgesagt worden. Yukos-Aktien reagierten darauf mit einem Kursabschlag. Bei einem Scheitern der bereits fast abgeschlossenen Fusion zur weltweit viertgrößten Ölgesellschaft wäre Yukos Analysten zufolge vorerst isoliert und müsste sich auf verschärften Druck der Staatsanwaltschaft einstellen.

Yukos und Sibneft hatten sich im April auf den milliardenschweren Zusammenschluss geeinigt. Der von dem Öl-Milliardär Roman Abramowitsch kontrollierte Sibneft-Konzern setzte Ende November indes die Fusion bis auf weiteres aus und begründete dies mit „technischen Problemen“. Die Nachricht hatte die Finanzmärkte in Moskau geschockt und einen Kurseinbruch bei beiden Aktien ausgelöst. Seither verhandeln beide Seiten über strittige Punkte, wie etwa die Besetzung des künftigen Managements. Ein Scheitern der Fusion würde den Traum des wegen Betrugs und Steuerhinterziehung inhaftierten, ehemaligen Yukos-Chefs Michail Chodorkowski, von der Schaffung des größten Ölkonzerns Russlands platzen lassen.

„Die Großaktionäre von Yukos haben das Management des Unternehmens nicht darüber informiert, dass das Geschäft mit Sibneft abgesagt sein soll“, sagte ein Yukos-Sprecher. Auch Yukos-Großaktionär Leonid Newslin nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax, er habe keine Informationen über ein Ende der Fusion. In den von Echo Moskau zitierten verhandlungsnahen Kreisen hieß es dagegen, beide Firmen hätten sich nicht einigen können und wollten fortan ihre eigenen Wege gehen. „Die Bedingungen der Auflösung inklusive finanzieller Details werden bald angekündigt“, berichtete der Sender.

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