Analysten hatten Schlimmeres befürchtet
Boeing fliegt in rote Zahlen

Der weltgrößte Flugzeughersteller Boeing hat im zweiten Quartal 2003 rote Zahlen geschrieben. Grund sei das ausgesprochen schlechte Geschäft mit Verkehrsflugzeugen und Satelliten gewesen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Das Rüstungsgeschäft läuft hingegen auf Hochtouren.

HB/dpa CHICAGO. Boeing machte im zweiten Quartal einen Verlust von 192 Mill. Dollar (168 Mio Euro) gegenüber einem Gewinn von 779 Mill. Dollar im Vorjahr. Der Quartalsumsatz fiel um acht Prozent auf 12,8 Mrd. Dollar. Die Gewinnprognosen für 2003 und 2004 wurden deutlich gesenkt.

Der Airbus-Hauptkonkurrent mit Sitz in Chicago bestätigte, dass in der Verkehrsflugzeugsparte weitere 4000 bis 5000 Stellen gestrichen werden und damit die Zahl der Beschäftigten bis zum Jahresende auf 55 000 bis 56 000 Personen reduziert werde.

Die Flugzeugauslieferungen sind scharf rückläufig, und eine Wende ist nicht abzusehen. Boeing will sich angesichts der Geschäftsflaute und hoher Verluste im kommerziellen Satellitengeschäft in dieser Sparte ganz auf Rüstungs- und andere Regierungsaufträge konzentrieren.

Für das gesamte erste Halbjahr ergab sich damit ein Verlust von 670 Mill. Dollar nach einem Minus von 470 Mill. Dollar ein Jahr zuvor. Der Halbjahresumsatz sackte angesichts der niedrigen Verkehrsflugzeug-Auslieferungen um zehn Prozent auf 25 Mrd. Dollar ab. Der Verlust Gewinn pro Aktie betrug im zweiten Quartal 24 Cent (Vorjahr: 96 Cent Gewinn) und im ersten Halbjahr 84 Cent (Vorjahr: 58 Cent Verlust). Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust von 43 Cent je Aktie im Quartal gerechnet. Im Satellitengeschäft gab es den Gewinn mindernde Sonderbelastungen von 693 Mill. Dollar oder 87 Cent je Aktie.

Boeing lieferte im zweiten Quartal 2003 nur noch 74 Verkehrsmaschinen, ein Drittel weniger als vor einem Jahr. Zur Jahresmitte lag die Zahl der Auslieferungen mit 145 Flugzeugen um 35 % unter dem Vorjahreswert zurück. Der Umsatz der Sparte ging um ein Viertel auf 5,8 Mrd. Dollar zurück, der operative Gewinn brach um 44 % auf 313 Mill. Dollar ein. Im zweiten Quartal gab es nur noch Neuaufträge für 76 Flugzeuge.

Der Abschwung in der Luftfahrt sei weiter schwerwiegend und habe die Nachfrage nach allen Flugzeugtypen gedämpft, vor allem für die Boeing 757. Boeing erwartet trotz einiger ermutigender Anzeichen vor 2005 keinen Aufschwung der Luftfahrtbranche. Das Unternehmen rechnet für 2003 mit der Auslieferung von 280 Verkehrsflugzeugen. Im kommenden Jahr sollen nur 275 bis 290 Maschinen ausgeliefert werden.

In der Rüstungssparte setzte Boeing im zweiten Quartal 6,6 Mrd. Dollar um, ein Plus von sieben Prozent. Wegen der Sonderbelastungen im Raketenstart- und Satellitenbereich fiel ein operativer Verlust von 429 Mill. Dollar an gegenüber einem operativen Gewinn von 639 Mill. Dollar im zweiten Quartal 2002.

Das Unternehmen geht für dieses Jahr von einem Umsatz von rund 49 Mrd. Dollar aus und erwartet 2004 einen Umsatz von etwa 52 Mrd. Dollar. Boeing rechnet für das Gesamtjahr 2003 mit einem Verlust von sieben Cent je Aktie bis drei Cent Gewinn je Aktie. Im kommenden Jahr geht Boeing von einem Gewinn zwischen 1,75 Dollar und 1,95 Dollar je Aktie aus. Damit hat die Gesellschaft ihre Gewinnprognosen deutlich zurückgeschraubt.

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