Analysten kritisieren Preis für Serono
„Ein Geschäft aus Verzweiflung“

Die Vereinbarung mit dem deutschen Pharmakonzern Merck zur Übernahme von Serono ist offenbar kurzfristig zu Stande gekommen. Die Begeisterung bei den Analysten über die geplante Fusion hält sich stark in Grenzen. Die Mehrheit stößt sich vor allem am Preis.

HB ZÜRICH/GENF. Die Verhandlungen seien „extrem schnell“ abgeschlossen worden, sagte Serono-Chef Ernesto Bertarelli Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Der Deal sei sinnvoll; sowohl Serono wie auch Merck müssten weiter wachsen, um im globalen Pharmawettbewerb bestehen zu können. Zusammen wollen Serono und Merck pro Jahr eine Milliarde Euro in Forschung und Entwicklung investieren. Bertarelli hat nach eigenen Angaben dem deutschen Käufer angeboten, dass er Merck-Serono Biopharmaceuticals so lange zur Verfügung stehe werde, wie Merck dies wünsche. Der Deal mit Merck sei eine sehr gute Sache sowohl für Serono als auch für die Aktionäre und die Angestellten.

Die Aktien von Serono starteten am Donnerstagmittag nach der Aussetzung seit Handelsbeginn mit einem deutlichen Plus in die Sitzung. Gegen 13 Uhr legen die Titel um knapp 18 Prozent auf 1 079 Schweizer Franken zu. Der Handel mit den Titeln des Pharmaunternehmens war am Morgen ausgesetzt worden. Der Kurs der im MDax gelisteten Merck-Papiere fiel bis zum Donnerstagmittag um 3,8 Prozent auf 75,42 Euro, nachdem sie zeitweise rund sechs Prozent tiefer notiert hatte.

Merck hatte am Morgen bekannt gegeben, man habe sich für 1 100 Franken je Aktie knapp zwei Drittel der Serono-Anteile und mehr als 75 Prozent der Stimmrechte von der Eignerfamilie Bertarelli gesichert. Der Darmstädter Konzern kündigte außerdem eine Offerte für die restlichen Aktionäre an. Die Transaktion solle mit Krediten, Anleihen und einer Kapitalerhöhung gestemmt werden.

Merck sieht nach der Übernahme zudem verbesserte Chancen für eine Partnerschaften mit anderen Unternehmen. „Wir werden ein interessanter Partner für andere Firmen sein, die ein Produkt zur Entwicklung oder zur Vermarktung auf weltweiter Basis abgeben wollen“, sagte Merck-Pharmavorstand Elmar Schnee am Donnerstag auf einer Analystenkonferenz. Einen Abschluss der Übernahme erwartet das Unternehmen bis Mitte Februar. Danach werde eine Zwangsabfindung der restlichen Minderheitsaktionäre eingeleitet, kündigte Finanzchef Michael Becker an.

Die Darmstädter gehen von Synergien von rund 100 Mill. Euro durch die Übernahme aus. Diese sollen binnen drei Jahren gehoben werden. Die Übernahme sei zwar nicht synergiegetrieben. Es gebe aber bei solchen Transaktionen immer solche Effekte. Zu der geplanten Kapitalerhöhung teilte Merck mit, über den Zeitpunkt dafür sei noch nicht entschieden. Merck stehe nicht unter Zeitdruck.

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