Analysten: Kursbewegung übertrieben
Medigene-Aktie verzeichnet Kurssprung

Die Aktien des defizitären Biotech-Unternehmens haben am Dienstag teilweise mehr als 20 Prozent zugelegt. Medigene hatte zuvor mitgeteilt, man habe die deutsche Marktzulassung für das Prostatakrebsmittel Leuprogel erhalten. Die Markteinführung sei für das erste Halbjahr 2004 vorgesehen, teilte Medigene am Dienstag mit. Das Produkt soll mit einem Pharmapartner vermarktet werden, der allerdings noch nicht feststehe.

HB FRANKFURT. Angesichts der nun erteilten Zulassung des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm) für das Einmonatspräparat sei Medigene zuversichtlich bald auch die Zulassung für das Dreimonatsprodukt zu erhalten.

Die im Prime Standard gelistete Aktie lag in einem festeren Gesamtmarkt am Vormittag noch 17,18 Prozent im Plus bei 8,32 Euro. Analysten nannten die Kursbewegung aber übertrieben.

Mit Leuprogel hat erstmals eine deutsche Biotechfirma die Marktzulassung für ein Produkt bekommen. Allerdings ist es kein Produkt, das von Medigene entwickelt wurde. Medigene hatte im April 2001 die Rechte für Leuprogel von der US-Firma Atrix Laboratories gekauft und besitzt die exklusiven Vermarktungsrechte für das Prostata-Krebsmittel in Europa. Für Nordamerika hat Atrix die Vermarktungsrechte an den französischen Pharmakonzern Sanofi-Synthelabo vergeben.

„Ab dem Jahr 2004 werden wir erstmals Einnahmen aus der Vermarktung eines Medikaments erwirtschaften können. Diese sollen dazu beitragen, unsere weiteren Entwicklungsprojekte zu finanzieren“, sagte Medigene-Chef Peter Heinrich. Medigene rechnet etwa zwei, drei Jahre nach Marktstart mit Jahresumsätzen für das Produkt zwischen 50 Millionen Euro und 100 Millionen Euro.

Analysten zufolge ist die Zulassung für das Ein-Monatsdepot zwar ein wichtiger Schritt für Medigene, doch höhere Dosierungen hätten größeres Umsatzpotenzial. „Dieses Produkt hat sehr beschränktes Potenzial“, sagte LBBW-Analyst Hanns Frohnmeyer.

Das Drei-Monatsdepot werde eher Umsatz generieren. Allerdings komme die Zulassung ziemlich spät, urteilte Patrick Fuchs von der DZ-Bank. Mit der Zulassung war seit September gerechnet worden. „Die höheren Dosierungen - vier und sechs Monate - sind attraktiver und der wichtigste Schritt wird nun eine Vermarktunspartnerschaft sein, da Medigene nicht über die Ressourcen verfügt, um das Potenzial des Produktes auszuschöpfen“, sagte Fuchs. In den USA sind bereits Dosierungen für einen Monat, drei Monate sowie vier Monate auf dem Markt.

Medigene rechnet für 2003 mit einem Jahresfehlbetrag von rund 30 Millionen Euro und will das Jahr mit einem Barmittelbestand von 20 Millionen Euro abschließen. Bislang ist Medigene auf Zahlungen aus der Zusammenarbeit mit Pharmaunternehmen wie Schering und Aventis angewiesen.

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