Analysten sprechen von hervorragendem Ergebnis
Salzgitter profitiert vom Stahlboom

Der weltweite Stahlboom hat der Salzgitter AG im ersten Halbjahr 2005 einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Der zweitgrößte deutsche Stahlkocher rechnet für das gesamte Jahr mit einem Vorsteuergewinn auf dem Rekordniveau von 600 Millionen Euro. Zur Jahresmitte waren es bereits gut 463 Mill. € und damit fast die Hälfte mehr als im gesamten Vorjahr.

HB HANNOVER. „Nach den Werksferien wichtiger Stahlverbraucher dürften die Auftragseingänge unter der Bedingung bis dahin normalisierter Lagerbestände wieder anziehen“, gab sich das Management in seinem Zwischenbericht auch für den weiteren Jahresverlauf zuversichtlich. Nachdem der Stahl-Boom - ausgelöst durch die immense Nachfrage in China - zuletzt etwas abebbte, gebe es inzwischen bei Flachstahl-Produkten wieder Anzeichen einer Stabilisierung. Die großen Konzerne hatten auf die sich abschwächende Nachfrage weltweit bereits mit der Kürzung ihrer Produktion reagiert. Salzgitter erwartet angesichts geringerer Absatzmengen bei Flachstahl, der etwa in der Autoindustrie verwendet wird, daher in den kommenden Monaten auch negative Auswirkungen auf das Stahl-Ergebnis des Konzerns.

Mit seinen Halbjahreszahlen übertraf der nach ThyssenKrupp zweitgrößte deutsche Stahlproduzent die Erwartungen von Experten. Getrieben wurde das Ergebnis durch die noch immer überraschend hohe Stahlnachfrage und interne Sparmaßnahmen. An der Börse gewannen die im Nebenwerteindex MDax notierten Salzgitter-Aktien ein Prozent auf 29 €. Der Konzernumsatz stieg von Januar bis Juni auf 3,63 (Vorjahr: 2,77) Mrd. €. Nach Steuern kletterte der Gewinn auf 333 (58) Mill. €. In der Stahlsparte gingen die Aufträge zuletzt zwar zurück. Dennoch erhöhte sich der Umsatz dank starker Monate zu Jahresbeginn um ein Viertel auf 1,13 Mrd. €. Der Gewinn vor Steuern schnellte binnen Jahresfrist auf 282 (16) Mill. € in die Höhe.

Das Röhrengeschäft verzeichnete einen Umsatz von 705 Mill. €, ein Plus von 54 %. In das Ergebnis vor Steuern von knapp 158 (25,5) Mill. € sei auch die frühere Tochter V&M Tubes eingeflossen, teilte Salzgitter mit. Der französische Röhrenhersteller Vallourec hatte Ende Juni die zuvor gemeinsam mit Salzgitter betriebene Tochter komplett übernommen. Salzgitter hat das 545 Mill. € in die Kasse gespült, die der Konzern für Zukäufe verwenden will.

Die Analysten der HVB werteten das Halbjahresergebnis als hervorragend und erhöhten ihr Kursziel für die Aktie auf 35 € von 30 €. Der optimistische Ausblick für 2005 sei keine Überraschung. Salzgitter verwies allerdings auf Unwägbarkeiten wie Rohstoffpreise und Dollarkurs. Eine Messlatte für die Zukunft könne das „exorbitant gute“ Halbjahresergebnis auch nicht sein, mahnte Salzgitter-Chef Wolfgang Leese zudem in einem Zeitungsinterview zur Vorsicht.

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