Analysten warnen vor überhöhten Geboten
Staat bremst Areva bei Repower

Anne Lauvergeon, die Chefin des französischen Nuklear-Konzerns Areva, bekommt bei der geplanten Repower-Übernahme offenbar Gegenwind vom eigenen Großaktionär, dem französischen Staat.

PARIS. Laut Unternehmenskreisen gibt es im französischen Finanzministerium Widerstand gegen den Plan des Energiekonzerns, die Offerte für den deutschen Windturbinenhersteller aufzustocken. Areva will dazu keine Stellung nehmen, ebensowenig das Finanzministerium.

Um die Repower ist ein Bieterrennen entbrannt: Die französische Areva, die bereits knapp 30 Prozent an Repower besitzt, bietet 105 Euro je Aktie, um die Mehrheit zu übernehmen. Doch der indische Konkurrent Suzlon Energy will 126 Euro in bar pro Aktie hinblättern. Noch hat Suzlon seine Offerte nicht offiziell eingereicht. Das Angebot von Areva läuft dagegen am 7. März aus.

Aus französischen Regierungskreisen heißt es, dass „Areva bislang noch nicht verlangt hat, das Gebot zu erhöhen“. In Paris gilt es indes als sicher, dass Konzern-Chefin Lauvergeon alles daran setzen will, sich nicht überbieten zu lassen. Schließlich hat sie ihre Glaubwürdigkeit mit dem Repower-Kauf verbunden.

Lauvergeon hat als Strategie ausgegeben, dass der französische Nuklear-Konzern zu einem führenden Unternehmen im Bereich der CO2-freien Energie-Formen werden soll. Im Bau von Kernkraftwerken ist Areva bereits Nummer eins, nun will Lauvergeon das Geschäft mit alternativen Energieformen ausbauen. Dazu hat sie eigens im vergangenen November eine eigene Sparte ins Leben gerufen.

„Wie aber will sie den Finanzmärkten ihre Strategie verkaufen, wenn es kaum Übernahmeziele in diesem Bereich gibt?“, fragt ein Pariser Analyst. Denn gerade in der Windenergiebranche sind die Übernahmeziele rar geworden; im Bereich Solarenergie würden auch Mondpreise bezahlt. Und Areva hat ausgeschlossen, in den Sektor Wasserkraft zu investieren. Energieformen wie Biomasse und Brennstoffzelle wiederum sind noch nicht im industriellen Maßstab erschlossen.

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