Analysten zeigten sich über die Airbus-Pläne keineswegs besorgt Airbus gibt US-Airlines gegen Aufträge Kredit

Der europäische Flugzeugbauer Airbus will einem Zeitungsbericht zufolge die Fusion zweier angeschlagener US- Fluggesellschaften mit einem Kredit von 250 Mill. Dollar unterstützen, um sich den Auftrag für 20 Maschinen des neuen Typs A350 zu sichern. Es wäre der erste nordamerikanische Auftrag für das Airbus-Flugzeug, das mit dem 787 Dreamliner von Boeing konkurrieren soll.

HB NEW YORK. Die in einem Insolvenzverfahren befindliche US Airways und die America West stünden kurz davor, einen Kredit von Airbus zu bekommen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montag in seiner Onlineausgabe.

Die beiden Airlines - Nummer sieben und acht in den USA - hofften, ihre Fusion noch in dieser Woche bekannt zu geben, hieß es weiter. Sie befänden sich auch in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Investoren, um bis zu 400 Mill. Dollar (317 Mio Euro) in Form von Beteiligungen aufzubringen.

Airbus sei eine überraschende Zusatz-Bargeldquelle. Es werde auch über Preise und Lieferungstermine für 63 Airbus-Maschinen diskutiert, die die beiden Fluggesellschaften bereits fest bei dem europäischen Flugzeugbauer bestellt hatten. Die fusionierte Airline könnte dem Kauf und der Abnahme von 20 A350-Maschinen kurz nach deren Markteinführung in den Jahren 2010/2011 zustimmen.

Analysten zeigten sich über die Airbus-Pläne keineswegs besorgt. Laut der Experten der Societe Generale sei das daraus resultierende Risiko „nicht signifikant für Airbus", hieß es. Die Maßnahme sei etwas, was sowohl Airbus als auch Boeing täten. Airbus habe während der Schwächeperiode des Flugsektors seine Kundenfinanzierung „sehr gut" abgewickelt, fügt die Bank hinzu.

Airbus rechnet nach Angaben von Ende April mit rund 100 Bestellungen für den A350 bis Ende dieses Jahres. Bei der ersten Order durch die spanische Air Europa im vergangenen Dezember wurde das Jahr 2010 als Auslieferungstermin genannt. Boeing hat für sein Modell 787, das 2008 auf den Markt kommen soll, derzeit 112 Festbestellungen. Zusammen mit Optionen liegen Aufträge für 255 Maschinen vor. Boeing hält den Akzent auf die Maschinen für 200 bis 300 Passagiere für die richtigere Strategie als den Riesen-Airbus A380 für 555 bis 873 Insassen.

Die Triebwerke für die A350-Maschinen sollen von General Electric (GE) kommen, schrieb das „Wall Street Journal“ weiter. GE sei der größte Kreditgeber der beiden Airlines. GE sei dabei, seine eigenen finanziellen Vereinbarungen mit ihnen in endgültige Form zu bringen.

Durch den Zusammenschluss der beiden Fluggesellschaften kämen die Ostküsten-, Europa- und Karibik-Verbindungen der in einem zweiten Insolvenzverfahren befindlichen US Airways und die Strecken der America West im Westen der USA zusammen. Sie würden unter dem Namen US Airways arbeiten und könnten auch Flüge nach Hawaii und mehr Verbindungen im Mittleren Westen der USA anbieten.

Ein Reorganisationsplan der US Airways könnte Ende Mai oder Anfang Juni vorgelegt werden. Die US Airways würde dann aus dem Insolvenzverfahren herauskommen. Die Fusion könnte im Spätsommer oder Frühherbst vollzogen werden.

Die Gespräche mit Investoren schließen nach Angaben der Zeitung auch die Air Canada und zwei Hedge-Fonds ein. Die Air-Canada-Mutter ACE Aviation Holdings sei in Gesprächen über eine Investition von 100 bis 150 Mill. Dollar. Die PAR Capital Management und ein zweiter Hedge-Fonds, der bei der America West investiert habe, seien in fortgeschrittenen Diskussionen über eine Beteiligung von 125 Mill. Dollar. Die Gesamtsumme von 375 bis 400 Mill. Dollar schließe auch 125 Mill. Dollar ein, die die Regionalfluggesellschaft Air Wisconsin Airlines bereits investiert habe.

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